Fed-Put: Notenbank-Versicherung verführt Banken zu mehr Kreditrisiko
Notenbank-Garantie fördert Kreditrisiko
Ein neues Working Paper der Philadelphia Fed zeigt, dass ein sinkendes wahrgenommenes 'Tail Risk', also die Gefahr extremer Eigenkapitalverluste (Fed Put), Banken nach FOMC-Sitzungen dazu veranlasst, mehr Kredite an risikoreichere Firmen zu vergeben und Konditionen zu lockern.
Dieser Effekt ist besonders stark bei Instituten mit kurzfristigen Bonussystemen und in wettbewerbsintensiven Märkten.
Die Studie isoliert erstmals den Einfluss der Kreditangebotsseite von der Kreditnachfrage und liefert damit handfeste Beweise für den Risk-Taking Channel.
Die Schattenseiten der Notenbank-Garantie
Die Diskussion um den 'Risk-Taking Channel' der Geldpolitik ist nicht neu, doch empirische Belege waren bisher rar.
Dieses Paper liefert nun handfeste Beweise dafür, wie die vermeintliche 'Versicherung' der Notenbank gegen Eigenkapitalverluste – der sogenannte 'Fed Put' – Banken dazu anstiftet, höhere Risiken einzugehen.
Es beleuchtet damit eine potenziell unerwünschte Nebenwirkung expansiver Geldpolitik und zeigt, wie interne Anreizstrukturen in Banken diese Effekte verstärken können.
Empirischer Beleg für den Risk-Taking Channel
Das Working Paper liefert einen robusten empirischen Nachweis für den Risk-Taking Channel der Geldpolitik.
Die präzise Messung der 'Fed Put'-Wirkung auf Banken und die Isolation von der Kreditnachfrage sind methodisch stark.
Die Ergebnisse sind relevant für das Verständnis der geldpolitischen Transmission und potenzieller Nebenwirkungen.