BIS: LCR erhöht Liquidität, bremst aber Kreditvergabe
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BIS: LCR erhöht Liquidität, bremst aber Kreditvergabe

Zehn Jahre LCR: Bilanz der Forschung

Zehn Jahre nach ihrer Einführung zieht die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) Bilanz zur Liquiditätsdeckungsquote (LCR).

Die LCR, ein Kernpfeiler der Basel-III-Reformen, sollte Banken widerstandsfähiger gegen kurzfristigen Finanzierungsstress machen.

Theoretische Arbeiten sehen einen Wohlfahrtsgewinn durch höhere Liquidität und geringere Abhängigkeit von fragiler Kurzfristfinanzierung.

Empirische Studien bestätigen einen starken Anstieg hochqualitativer liquider Aktiva (HQLA) und eine Reduktion kurzfristiger Finanzierung.

Allerdings kann die LCR auch die Kreditvergabe drosseln und zu höherer Risikobereitschaft führen.

Offene Fragen zur Wirksamkeit und Interaktion mit Zentralbankpolitik bleiben.

Liquiditätsregulierung auf dem Prüfstand

Die LCR wurde als Reaktion auf die Finanzkrise eingeführt, um die Stabilität des Bankensystems zu erhöhen.

Die nun vorliegende Literaturübersicht der BIS zeigt die komplexen Nebenwirkungen einer Regulierung, die zwar das gewünschte Liquiditätspolster schafft, aber auch unerwünschte Effekte auf Kreditmärkte und Risikoverhalten haben kann.

Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die laufende Debatte über die Feinjustierung makroprudenzieller Instrumente und die Rolle der Zentralbanken.

Die LCR: Ein zweischneidiges Schwert

Die Studie der BIS ist für Regulierer und Banken von hoher Relevanz, da sie die erwünschten Effekte der LCR auf die Liquidität bestätigt, aber auch die unerwünschten Nebenwirkungen auf Kreditmärkte und Risikoverhalten aufzeigt.

Sie liefert eine wichtige Grundlage für die weitere Diskussion über die Optimierung von Liquiditätsvorschriften und deren Zusammenspiel mit anderen Politikbereichen.