Export-Boom: Firmen finanzieren sich selbst, nicht über Banken
Lieferketten-Umbau: Firmen finanzieren sich selbst
Kolumbianische Exporteure stemmten ihren Boom nach den US-China-Zöllen nicht primär über Banken, sondern mit grenzüberschreitenden Firmenkrediten.
Eine neue BIS-Studie zeigt: Fast 40 Prozent der Exportfinanzierung stammten Ende 2019 von anderen Unternehmen – 80 Prozent des gesamten Cross-Border-Kredits.
Diese Darlehen, oft mit fast zweijähriger Laufzeit, ähneln Bankkrediten und übertrafen ausländische Bankfinanzierung um das Vierfache.
Das Phänomen deutet auf einen übersehenen Kanal hin, der globale Wertschöpfungsketten bei Unsicherheit stabilisiert und die Rolle traditioneller Finanzintermediäre relativiert.
Geopolitik trifft auf Schattenfinanzierung
Die Neuausrichtung globaler Lieferketten infolge geopolitischer Spannungen ist ein Dauerthema.
Diese Studie liefert nun eine überraschende Erklärung, wie Unternehmen diese teils abrupten Anpassungen finanzieren.
Sie stellt die gängige Annahme infrage, dass globale Banken die primären Finanziers des internationalen Handels sind, insbesondere in Schwellenländern.
Stattdessen rücken Firmenkredite in den Fokus, die flexibler und schneller auf Unsicherheiten reagieren können – ein entscheidender Faktor in einer Welt volatiler Handelspolitik.
Der unterschätzte Finanzkanal
Das Working Paper beleuchtet einen bisher wenig beachteten Finanzierungskanal, der für das Verständnis globaler Wertschöpfungsketten und deren Resilienz entscheidend ist.
Es liefert empirische Belege, die die Rolle von Banken im internationalen Handel relativieren und die Bedeutung von Firmenkrediten hervorheben.
Für Policy-Experten ist dies ein wichtiges Puzzleteil im Kontext von Deglobalisierung und Reshoring.