BIS Paper

BIS: Schattenbanken-Wachstum erschwert Geldpolitik und erfordert Flexibilität

Schattenbanken-Boom: Gefahr für Geldpolitik-Steuerung

Eine Publikation der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Nichtbanken-Finanzinstituten (NBFIs) und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik.

Das Wachstum, primär getrieben durch Investment- und Hedgefonds, ist eng mit der Expansion der Anleihemärkte und steigender Staatsverschuldung verbunden.

Diese Entwicklung führt zu einer erhöhten Unsicherheit bei der geldpolitischen Transmission, da NBFIs sowohl dämpfende als auch verstärkende Effekte haben können.

Insbesondere Investmentfonds scheinen die Transmission zu intensivieren, gleichzeitig aber deren Stabilität zu mindern.

Angesichts dieser strukturellen Veränderungen im Finanzsystem empfiehlt die BIS einen graduellen, jedoch flexiblen geldpolitischen Ansatz.

Zentralbanken ringen mit neuen Finanzrisiken

Die Analyse der BIS reiht sich ein in eine wachsende Debatte unter Zentralbanken und Regulierungsbehörden (wie FSB, EZB, Fed) über die systemischen Risiken, die von Nichtbanken-Finanzinstituten ausgehen.

Insbesondere nach jüngsten Marktverwerfungen rücken die Auswirkungen auf die Finanzstabilität und die Effektivität der Geldpolitik verstärkt in den Fokus.

Die Publikation ist bemerkenswert, da sie nicht nur die schiere Größe der NBFIs hervorhebt, sondern explizit die erhöhte Unsicherheit für die geldpolitische Transmission als direkte Konsequenz der strukturellen Veränderungen im Finanzsystem benennt und eine Anpassung des Policy-Ansatzes fordert.

Grundlagenarbeit mit klaren Policy-Implikationen

Die BIS-Publikation bietet eine prägnante und hochrelevante Analyse eines fundamentalen Strukturwandels im Finanzsystem.

Sie identifiziert nicht nur die Ursachen und Auswirkungen des NBFI-Wachstums auf die geldpolitische Transmission, sondern leitet daraus auch eine klare Empfehlung für den künftigen Policy-Ansatz ab: Gradualismus gepaart mit Flexibilität.

Dies macht sie zu einer Pflichtlektüre für Zentralbanker und Regulierer, die sich mit der Anpassung der Geldpolitik an ein sich wandelndes Umfeld befassen.