Risikotransformation: Banken tragen Liquiditätsrisiko für Nichtbanken – Kreditlinien auf 1,5 Bio. Dollar
Banken als Liquiditätsanker für Nichtbanken
Eine neue Studie der Federal Reserve Bank of New York von Acharya, Cetorelli und Tuckman zeigt, wie Nichtbanken (NBFIs) ihre rasante Vermögenszunahme durch eine Risikotransformation zwischen sich und Banken erreichen.
NBFIs übernehmen Kreditrisiken, während Liquiditätsrisiken auf Banken verlagert werden.
Dies geschieht, um strengere Bankenregulierung nach der GFC zu umgehen und gleichzeitig die Finanzierungs- und Liquiditätsvorteile der Banken (Einlagengeschäft, Sicherheitsnetze) zu nutzen.
Bankkredite an NBFIs stiegen von 12% auf 28%, ungenutzte Kreditlinien von 15% auf 21% (2013-2024).
Ende 2023 beliefen sich ungenutzte Kreditlinien auf über 1,5 Billionen Dollar.
Empirisch belegen die Autoren, dass Schocks bei NBFIs auf die kreditgebenden Banken übergreifen, besonders in Stresszeiten.
NBFIs sind stark von Banken abhängig (z.B. GSEs, Broker-Dealer, Equity REITs erhalten 25%+ ihrer Finanzierung von Banken), während Banken nur zu 13% vom NBFI-Sektor insgesamt abhängen.
Dies stellt die Annahme in Frage, dass das Wachstum von NBFIs die Bankenrisiken reduziert.
Schattenbanken und Systemrisiko
Seit der globalen Finanzkrise (GFC) haben verschärfte Bankenregulierungen dazu geführt, dass Banken risikoreichere Kredite meiden und höhere Liquiditätspuffer halten.
Dies förderte das Wachstum von Nichtbanken.
Die Studie widerspricht der reinen „Substitutionssicht“, wonach NBFIs einfach Bankaktivitäten übernehmen.
Stattdessen argumentieren die Autoren für eine „Transformationssicht“, bei der Banken und NBFIs komplementär agieren.
Banken bleiben durch ihre Einlagengeschäfte und den Zugang zu offiziellen Backstops (Einlagensicherung, Zentralbank-Fazilitäten) der zentrale Liquiditätsgeber.
Diese Verflechtung schafft neue Kanäle für systemische Risiken, die über die direkte Kreditvergabe hinausgehen.
Verborgene Risikoverflechtung aufgedeckt
Die Studie liefert empirische Belege für einen kritischen Mechanismus der Systemrisikoübertragung zwischen Banken und Nichtbanken.
Sie zeigt, wie die Regulierung nach der GFC unbeabsichtigte Verflechtungen geschaffen hat, die das Finanzsystem anfälliger machen könnten.
Die detaillierte Datenanalyse und die klare Argumentation machen sie zu einer wichtigen Lektüre für Regulierer und Investoren, die die Stabilität des Finanzsystems bewerten müssen.