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Välimäki: EZB-Bilanz schrumpft – neue Regeln für Liquiditäts-Steuerung

Die Kunst der Liquiditäts-Steuerung

Die Bilanz des Eurosystems schrumpft, doch die Liquiditätsflut ebbt nicht abrupt ab.

Tuomas Välimäki von der Bank von Finnland skizziert, wie die EZB die Geldmärkte in den kommenden Jahren steuern wird.

Die Bilanz, von €9 Billionen auf €6 Billionen geschrumpft, bleibt über dem Vorkrisenniveau.

Kurzfristige Euro-Zinssätze werden noch 1-3 Jahre eng dem Einlagesatz folgen, bis die „Floor Required Excess Liquidity“ (FREL) erreicht ist.

Im Gegensatz zur Fed, die Liquidität aktiv nachschießt, lässt die EZB ihr Rahmenwerk zu nachfragegetriebenen Operationen wie MROs übergehen.

Välimäki plädiert für ein gestaffeltes Sicherheiten-System und wettbewerbliche Auktionen für strukturelle Langfristoperationen, um Marktverzerrungen zu minimieren und Stigmatisierung zu vermeiden.

Das Ziel: Eine effiziente, marktnähere Liquiditätsversorgung.

EZB-Bilanz: Der Weg zur Normalität

Die Bilanz des Eurosystems ist von einst €1 Billion auf bis zu €9 Billionen angewachsen und schrumpft nun wieder auf €6 Billionen.

Diese Entwicklung wirft die Frage nach der „natürlichen“ Größe einer Zentralbankbilanz und der optimalen Steuerung der Liquidität auf.

Välimäki liefert hier einen detaillierten Einblick in die „Plumbing“ der EZB, die sich bewusst von der Fed unterscheidet.

Während die US-Notenbank Liquidität nachschießt, wenn die Märkte eng werden, setzt die EZB auf einen Übergang zu nachfragegetriebenen Operationen.

Seine Vorschläge bauen auf der operativen Rahmenüberprüfung vom März 2024 auf und geben einen Ausblick auf die nächste Phase der Bilanznormalisierung.

Das Kleingedruckte der Bilanznormalisierung

Välimäki liefert einen präzisen Ausblick auf die zukünftige Liquiditätssteuerung der EZB.

Seine Vorschläge für ein gestaffeltes Sicherheiten-System und wettbewerbliche Auktionen sind konkrete Schritte, die das Framework effizienter und marktnäher machen sollen.

Für institutionelle Investoren und Banken ist dies Pflichtlektüre, um die Funktionsweise der Geldmärkte in den kommenden Jahren zu verstehen.

Es ist ein technischer, aber entscheidender Fahrplan für die Bilanznormalisierung.