Immobilien-Busts: Regionale Spaltung fordert Notenbanken heraus
BIS Paper

Immobilien-Busts: Regionale Spaltung fordert Notenbanken heraus

Wenn die Immobilienpreise fallen, spalten sich die Regionen

Regionale Unterschiede bei Immobilienpreisen eskalieren in Krisen stärker als in Booms.

Eine neue BIS-Studie zeigt: Während Boomphasen die Regionen vereinen, verstärken sich in Busts die Divergenzen um 50 bis 60 Prozent.

Der Mechanismus?

Extrapolative Erwartungen der Haushalte, die in Abschwüngen stärker greifen, sowie regionale Angebotsunterschiede am Wohnungsmarkt.

Die Autoren schlagen vor, dass Zentralbanken Immobilienpreise direkt ins Visier nehmen sollten, um Volatilität und regionale Ungleichgewichte zu dämpfen – ein Ansatz, der das Wohl der Bürger steigern könnte.

Geldpolitik im regionalen Spannungsfeld

Die Immobilienmärkte sind seit jeher ein zentrales Anliegen der Zentralbanken, doch der Fokus lag oft auf nationalen Aggregaten.

Die Finanzkrise 2008 zeigte jedoch die verheerenden regionalen Kosten von Immobilienkrisen.

Dieses Papier verschiebt die Perspektive und beleuchtet, wie eine einheitliche Geldpolitik in einer Währungsunion mit heterogenen regionalen Märkten umgehen kann.

Es ist ein Plädoyer für eine differenziertere Betrachtung, die über den nationalen Durchschnitt hinausgeht.

Ein Weckruf für die Geldpolitik

Die Studie liefert nicht nur eine überzeugende Erklärung für ein empirisches Phänomen, sondern auch einen konkreten Policy-Vorschlag.

Für Zentralbanken, die mit regionalen Ungleichgewichten kämpfen, ist die Idee eines Hauspreis-Targetings eine ernstzunehmende Option.

Sie zeigt, dass die traditionelle Inflationssteuerung möglicherweise nicht ausreicht, um finanzielle Stabilität und Wohlfahrt zu maximieren.