BOE Paper

BOE-Studie: Notenbank-Liquidität stabilisiert Kreditmärkte indirekt

Indirekte Wirkung von Notenbank-Hilfen

Ein neues Staff Working Paper der Bank of England (BOE) von Chavaz, Elliott und Monroe untersucht, wie die Bereitstellung öffentlicher Liquidität durch Zentralbanken die Kreditmärkte beeinflusst.

Entgegen der Annahme, dass Zentralbank-Liquidität primär ein Ersatz für private Liquidität ist, nutzen Banken, die stärkerem Stress an den privaten Großhandelsfinanzierungsmärkten ausgesetzt sind, paradoxerweise weniger Zentralbank-Finanzierung.

Die Autoren erklären dies mit einem "Gleichgewichtskanal": Die bloße Verfügbarkeit von Zentralbank-Liquidität senkt die Kosten für private Großhandelsfinanzierung.

Dies stimuliert die Kreditvergabe durch Banken, die auf Großhandelsfinanzierung angewiesen sind, unabhängig davon, ob sie die Zentralbank-Finanzierung tatsächlich in Anspruch nehmen.

Eine überraschende Änderung im Design des Schemas zeigt zudem, dass die an Zentralbank-Finanzierung geknüpften Bedingungen ("strings attached") erklären, warum sie kein perfekter Ersatz für private Finanzierung ist.

Debatte um Notenbank-Interventionen

Diese Studie reiht sich in die anhaltende Debatte über die Wirksamkeit und die unbeabsichtigten Folgen von Zentralbank-Liquiditätsoperationen ein, insbesondere nach den umfangreichen Programmen der letzten Jahre (z.B. TLTROs der EZB).

Sie liefert wichtige empirische Erkenntnisse darüber, wie diese Instrumente über direkte Nutzung hinaus wirken und die Finanzierungsbedingungen im gesamten Bankensystem beeinflussen können.

Die Erkenntnis, dass die bloße Existenz eines Liquiditätsfensters stabilisierend wirkt, ist entscheidend für das Design zukünftiger Kriseninstrumente und die Kalibrierung der Geldpolitik.

Sie unterstreicht die Bedeutung der Signalwirkung und der strukturellen Effekte von Zentralbank-Interventionen.

Neue Perspektive auf Liquiditätshilfen

Das Working Paper bietet eine neue, empirisch fundierte Perspektive auf die Wirkung von Zentralbank-Liquiditätsprogrammen, die über die einfache Substitution privater durch öffentliche Mittel hinausgeht.

Die Identifizierung des "Gleichgewichtskanals" ist für das Verständnis der geldpolitischen Transmission und die Gestaltung zukünftiger Instrumente von hoher Relevanz.

Obwohl es keine direkten Policy-Signale enthält, sind die Erkenntnisse für Spezialisten im Bereich Finanzstabilität und Geldpolitik wichtig.