BoE-Umfrage: Inflationsdruck lässt nach, Vertrauen schwindet
Öffentliche Meinung zur Inflation und Zinsen
Die jüngste Umfrage der Bank of England zeigt einen leichten Rückgang der Inflationserwartungen über alle Zeithorizonte hinweg.
Die mediane Einschätzung der aktuellen Inflation sank auf 4,7%, die Einjahreserwartung auf 3,5%.
Doch die Erleichterung ist trügerisch: Die Sorge, dass schnellere Preissteigerungen die Wirtschaft schwächen, stieg deutlich auf 74%.
Gleichzeitig sank die Netto-Zufriedenheit mit der BoE-Geldpolitik auf -1%, während die Präferenz für niedrigere Zinsen für die Wirtschaft und persönlich zunahm.
Ein gemischtes Signal für die Notenbank.
Geldpolitik im öffentlichen Spiegel
Die vierteljährliche Umfrage zur Inflationswahrnehmung ist ein wichtiger Gradmesser für die Bank of England.
Sie liefert Einblicke, wie gut die Notenbank ihre Inflationsziele kommuniziert und wie die Öffentlichkeit die geldpolitischen Maßnahmen wahrnimmt.
Angesichts der anhaltenden Debatte um die Zinspolitik und die Lebenshaltungskosten ist die sinkende Zufriedenheit mit der BoE und der Wunsch nach niedrigeren Zinsen ein klares Signal an die Notenbanker, dass ihre Botschaft nicht überall ankommt oder die Wirkung ihrer Politik kritisch gesehen wird.
Leichte Entspannung, tieferer Graben
Die leicht sinkenden Inflationserwartungen sind ein positives Zeichen, doch die Umfrage offenbart einen wachsenden Graben zwischen der BoE und der öffentlichen Meinung.
Die steigende Sorge um die Wirtschaft und die sinkende Zufriedenheit mit der Notenbank sind implizite Signale, die die BoE bei künftigen Entscheidungen kaum ignorieren kann.
Es ist ein Stimmungsbild, kein Policy-Signal, aber eines mit Gewicht.