BoE skizziert Fahrplan für digitale Finanzmärkte: Stablecoin-Regeln werden flexibler
BoE treibt digitale Transformation voran
Sasha Mills von der Bank of England skizzierte auf der City Week die Vision der Zentralbank für die Digitalisierung der Finanzmärkte.
Die BoE strebt ein digitales Finanzsystem an, das Innovationen wie Tokenisierung und DLT sicher integriert, um Effizienz und Markttiefe zu steigern, ohne die Finanzstabilität zu gefährden.
Zentrale Säulen sind das modernisierte RTGS-System, die Digital Securities Sandbox (DSS) und die Weiterentwicklung von Abwicklungsinstrumenten.
Mills kündigte an, dass die BoE ihre Haltung zu systemischen Stablecoins anpasst: Ein Teil der Deckungsreserven darf künftig in verzinslichen, hochliquiden Vermögenswerten (HQLA) gehalten werden, um Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Zudem werden Übergangslimits für Stablecoin-Bestände (z.B. £10-20k für Privatpersonen) in Betracht gezogen, um Abflussrisiken zu mindern.
Die BoE prüft auch die Rolle von Stablecoins und Tokenized Deposits im Wholesale-Bereich und betont die Notwendigkeit der Interoperabilität zwischen alten und neuen Systemen.
UK als Vorreiter in digitaler Finanzregulierung
Die Rede von Sasha Mills reiht sich in die globale Debatte um die Zukunft des Geldes und der Finanzmärkte ein, die von Zentralbanken weltweit intensiv geführt wird.
Sie unterstreicht die proaktive Rolle der Bank of England, die sich als führend bei der Gestaltung eines regulierten digitalen Finanzökosystems positioniert.
Die Anpassung der Stablecoin-Regulierung, insbesondere die Erlaubnis für verzinsliche Deckungsreserven, ist eine direkte Reaktion auf Branchenfeedback und unterscheidet die BoE von manch restriktiveren Ansätzen anderer Jurisdiktionen.
Dies signalisiert den Willen, Innovation zu fördern, ohne die Finanzstabilität zu kompromittieren.
Die Betonung der Interoperabilität und des koexistierenden "gemischten Ökosystems" ist entscheidend für die praktische Umsetzung der Digitalisierung.
Wegweisende Stablecoin-Anpassung
Die Rede ist von höchster Relevanz, da sie die konkrete Strategie der BoE zur Digitalisierung der Finanzmärkte detailliert darlegt und wichtige regulatorische Anpassungen ankündigt.
Die Abkehr vom strikten Verbot verzinslicher Stablecoin-Deckungsreserven ist ein klares Signal an den Markt und zeigt die Bereitschaft, auf Branchenfeedback einzugehen, um tragfähige Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Die vorgeschlagenen Holding-Limits für Stablecoins sind ebenfalls eine neue, konkrete Massnahme zur Risikosteuerung.
Dies ist keine bloße Wiederholung, sondern substanzielle Weiterentwicklung der BoE-Position.