BOE Paper

BOE-Studie: Klimawandel verteuert globalen Handel massiv

Handelskosten als unterschätzter Klimafaktor

Ein Staff Working Paper der Bank of England von Maximilian Huppertz beleuchtet erstmals die Auswirkungen des Klimawandels auf bilaterale Handelskosten.

Die Analyse internationaler Handels- und Wetterdaten über 190 Jahre zeigt, dass steigende Temperaturen in Ursprungs- oder Zielländern die Handelskosten erhöhen, primär durch die Anfälligkeit von Seehäfen.

Anpassungen an diese Effekte erfolgen nur langsam.

Die Studie beziffert, dass das Wohlstandsniveau der 2010er Jahre um 1,6 Prozent höher läge, hätte man die Klimafolgen auf die Handelskosten der vorangegangenen 100 Jahre rückgängig machen können.

Dieser Effekt wird um 9 Prozent unterschätzt, wenn man nur Produktivitätseffekte berücksichtigt.

Kleinere, handelsabhängige Volkswirtschaften sind besonders betroffen, während arme und reiche Länder gleichermaßen leiden.

Klimafolgen: Neue Dimension für Wirtschaft und Politik

Diese Studie erweitert die Debatte um die ökonomischen Folgen des Klimawandels erheblich, indem sie einen bisher wenig beachteten Kanal – die Handelskosten – in den Fokus rückt.

Während Zentralbanken und Regulierer zunehmend die Risiken für die Finanzstabilität und Produktivität analysieren, liefert Huppertz eine neue Perspektive auf die globalen Lieferketten und deren Anfälligkeit.

Die Ergebnisse sind relevant für die Bewertung von Klimarisiken in Portfolios, die Gestaltung von Anpassungsstrategien und die Kalibrierung makroökonomischer Modelle, die Klimawandel-Szenarien berücksichtigen.

Sie unterstreichen die Notwendigkeit einer umfassenderen Betrachtung der Klimafolgen jenseits traditioneller Produktivitätsmetriken.

Neue Perspektive auf Klimarisiken

Das Working Paper ist hochrelevant, da es einen neuen, signifikanten Kanal für die ökonomischen Kosten des Klimawandels identifiziert: die bilateralen Handelskosten.

Die quantifizierte Unterschätzung der Wohlfahrtsverluste ist ein wichtiges Signal für Policy-Experten und Investoren.

Obwohl es eine akademische Arbeit ist, liefert sie eine fundierte Basis für zukünftige Analysen und die Entwicklung von Anpassungsstrategien.

Die Relevanz für die Stabilität globaler Lieferketten ist nicht zu unterschätzen.

Original: Climate change increases bilateral trade costs

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