Hypothekenlockerung fördert Eigenheimkauf bei Besserverdienern, reduziert Familienvermögensrolle
Hypothekenlockerung verschiebt Eigenheimmarkt
Eine Studie der Bank of England untersucht die Auswirkungen gelockerter Hypothekenbeschränkungen auf den Eigenheimerwerb.
Mithilfe administrativer Hypothekendaten und der regionalen Exposition gegenüber dem britischen Help-to-Buy-Programm, das 2013 die 95%-Beleihungsgrenze wieder einführte, zeigen die Autoren, dass die Käufe von Erstkäufern in stärker exponierten Gebieten deutlich anstiegen.
Eine neue Methode zur Messung finanzieller Unterstützung – basierend auf der Differenz zwischen beobachteten und prognostizierten Anzahlungen – legt nahe, dass die Zuwächse bei Haushalten konzentriert waren, die wahrscheinlich nicht auf familiäre Transfers angewiesen waren.
Dies deutet auf eine geringere Rolle des Familienvermögens beim Eigenwerwerb hin.
Da diese Käufer tendenziell höhere Einkommen haben, verschob sich die Zusammensetzung der Eigenheimbesitzer hin zu Haushalten mit höherem Einkommen.
Die Forschung beleuchtet somit die Umverteilung von Wohnvermögen durch Kreditpolitik und deren soziale Implikationen.
Implikationen für Wohnungsmarkt & Vermögensverteilung
Diese Analyse ist für Zentralbanken relevant, da sie die Auswirkungen von Kreditpolitik auf den Wohnungsmarkt und die Vermögensverteilung beleuchtet.
Die Ergebnisse zeigen, wie staatliche Programme wie Help-to-Buy den Zugang zu Wohneigentum beeinflussen und dabei die Rolle des Familienvermögens relativieren können.
Die Verschiebung der Eigenheimbesitzerstruktur hin zu höheren Einkommensgruppen hat Implikationen für soziale Ungleichheit und die Stabilität des Finanzsystems.
Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse für die Bewertung zukünftiger Maßnahmen zur Förderung des Eigenheimerwerbs und zur Steuerung von Kreditrisiken, insbesondere im Kontext von Interdependenzen zwischen Immobilienmarkt, Haushaltsschuld und makroökonomischer Stabilität.
Wichtige Erkenntnisse zu Kredit & Vermögen
Das Working Paper ist relevant (4), da es detaillierte Einblicke in die Mechanismen der Kreditvergabe und deren Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sowie die Vermögensverteilung liefert.
Die Ergebnisse zeigen, wie politische Interventionen die Zusammensetzung der Eigenheimbesitzer beeinflussen und die Rolle familiärer Unterstützung verändern können.
Die Signalstärke ist deskriptiv (2), da es sich um eine retrospektive Analyse vergangener Politikmaßnahmen handelt und keine direkten zukünftigen politischen Empfehlungen oder Forward Guidance enthält.
Es dient der wissenschaftlichen Fundierung und dem Verständnis von Marktdynamiken.