BOE Paper

Makroprudentielle Instrumente: Wirksam, aber mit weitreichenden Folgen für Haushalte

Wirkung makroprudentieller Instrumente auf Haushalte

Das Papier fasst Erkenntnisse zur Wirksamkeit kreditnehmerbasierter makroprudentieller Instrumente zusammen, die die Verschuldung von Haushalten begrenzen.

Die meisten Studien bestätigen, dass diese Massnahmen die Wechselwirkung zwischen Haushaltsverschuldung und Immobilienpreisen unterbrechen.

Sie führen zu weniger Kreditausfällen und stabileren Immobilienpreisen in Krisenzeiten.

Die Effekte sind heterogen, mit stärkeren Auswirkungen bei höheren Verschuldungsanforderungen, insbesondere für Erstkäufer.

Restriktionen der Haushaltsverschuldung haben nachgelagerte Effekte auf Jobsuche, Standortwahl, Wohneigentum und die Anfälligkeit für Einkommensschocks.

Zukünftige Forschung ist für eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse, Anpassung an neue Technologien und die Untersuchung breiterer gesellschaftlicher Auswirkungen, einschliesslich politischer Ergebnisse und psychischer Gesundheit, erforderlich.

Relevanz für Finanzstabilität und Politik

Für Zentralbanken sind makroprudentielle Instrumente entscheidend zur Sicherung der Finanzstabilität.

Diese Studie liefert eine wichtige Übersicht über die Wirksamkeit und die heterogenen Auswirkungen von kreditnehmerbasierten Massnahmen.

Die Erkenntnisse helfen, die Komplexität dieser Instrumente besser zu verstehen und ihre potenziellen Nebenwirkungen auf Haushalte und die Wirtschaft zu antizipieren.

Die identifizierten Forschungsbedarfe, insbesondere zu sozioökonomischen Folgen, sind für die zukünftige Politikgestaltung von grosser Bedeutung.

Bedeutung für Stabilität und Forschungsbedarf

Das Papier ist für Zentralbanken wichtig, da es die Wirksamkeit von makroprudentiellen Instrumenten zur Finanzstabilität bestätigt.

Es beleuchtet aber auch die komplexen, heterogenen Effekte auf Haushalte und identifiziert kritische Forschungsfelder.

Die deskriptive Natur als Übersichtsstudie rechtfertigt die Signalstärke 2, da keine neuen politischen Absichten formuliert, sondern bestehende Erkenntnisse zusammengefasst werden.