BoE lockert Clearingpflicht für Derivate-Risikoreduktion
Derivate: Weniger Clearing für mehr Effizienz
Die Bank of England schlägt vor, Transaktionen aus Post-Trade Risk Reduction (PTRR)-Diensten von der Derivate-Clearingpflicht auszunehmen.
Dies soll die Effizienz und Zugänglichkeit von PTRR-Services erhöhen, die darauf abzielen, Gegenpartei-, Betriebs- und Basisrisiken in Derivateportfolios zu reduzieren.
Aktuell behindert die Clearingpflicht die Nutzung dieser Dienste, da sie Marktteilnehmer zu komplexeren Instrumenten wie Swaptions zwingt, anstatt effiziente Zinsswaps zu nutzen.
Die Befreiung soll Ressourcen freisetzen, die sonst für das Risikomanagement gebunden wären, und so die Finanzstabilität stärken.
Die BoE definiert PTRR-Dienste klar als solche, die nicht zur Preisfindung beitragen und ausschließlich nicht-marktbezogene Risiken mindern.
EMIR-Reform: Fokus auf Risikoreduktion
Nach der Finanzkrise 2008 wurden Derivate-Clearingpflichten eingeführt, um Transparenz und Stabilität zu erhöhen.
Die nun vorgeschlagene Ausnahme für PTRR-Transaktionen ist eine direkte Folge des Financial Services and Markets Act 2023 (FSMA 2023), der der BoE die Befugnis dazu gab.
Sie ergänzt eine bereits vom FCA erlassene Befreiung für PTRR-Transaktionen von der Derivate-Handelspflicht (DTO).
Dies zeigt eine gezielte Anpassung des regulatorischen Rahmens, um die Effizienz von Risikomanagement-Tools zu fördern, ohne die ursprünglichen Ziele der Post-Krisen-Reformen zu untergraben.
Pragmatismus für den Derivatemarkt
Die BoE zeigt Pragmatismus, indem sie eine regulatorische Hürde für sinnvolle Risikoreduktionsdienste abbaut.
Die Befreiung ist logisch, da PTRR-Transaktionen nicht preisbildend sind und somit nicht die ursprünglichen Ziele der Clearingpflicht untergraben.
Dies ist eine gezielte Optimierung, die den Marktteilnehmern direkt zugutekommt und die Effizienz im Derivatemarkt steigert.