BOE: Geopolitische Risiken kappen grenzüberschreitende Bankkredite um 4%
Der unsichtbare Geopolitik-Schock
Geopolitische Risiken reduzieren grenzüberschreitende Bankkredite empfindlich.
Eine neue Studie der Bank of England zeigt, dass ein Anstieg des Geopolitik-Risikos um eine Standardabweichung die Kreditvergabe nach einem Jahr um rund 4 Prozent schrumpfen lässt.
Besonders hart trifft es Finanzdienstleister, während Energie- und Verteidigungssektoren kaum betroffen sind.
Besser kapitalisierte Banken zeigen sich widerstandsfähiger.
Der Effekt verstärkt sich bei Sanktionsrisiken und hängt von der geopolitischen Ausrichtung der beteiligten Länder ab.
Die Transmission erfolgt über Makro-Aggregate und Assetpreise, wobei Kreditwachstum und Sanktionen die Haupttreiber sind.
Risikomanagement im Schatten der Weltpolitik
Die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft und die Häufung geopolitischer Konflikte stellen für Zentralbanken und Finanzinstitute ein wachsendes Risiko dar.
Bislang fehlte es oft an quantitativen Belegen für die direkten Auswirkungen auf das Bankensystem.
Diese BOE-Studie liefert nun den empirischen Nachweis, wie sich politische Spannungen konkret in den Bilanzen der Banken niederschlagen und die globale Kreditvergabe beeinflussen – ein entscheidender Faktor für die Finanzstabilität.
Empirischer Beleg für ein latentes Risiko
Die Studie quantifiziert ein lange diskutiertes, aber schwer fassbares Risiko.
Ihre granularität – von der Firmenebene bis zu spezifischen Sektoren und Sanktionen – macht sie zu einem wichtigen Werkzeug für Risikomanager und Aufsichtsbehörden.
Für die unmittelbare Geldpolitik liefert sie keine Signale, doch für die Finanzstabilität ist sie hochrelevant.
Original: Geopolitical risk and cross-border bank lending
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