Cyberangriffe überholen Pandemie als Top-Risiko für UK-Finanzstabilität
Cyber-Risiko dominiert Stabilitätsbedenken
Die Bank of England (BOE) hat in ihrer halbjährlichen Systemic Risk Survey für die zweite Jahreshälfte 2021 eine signifikante Verschiebung der wahrgenommenen Risiken für das britische Finanzsystem festgestellt.
Erstmals seit Beginn der Umfrage wurde der Cyberangriff als meistgenanntes Risiko identifiziert, noch vor den Auswirkungen der Covid-Pandemie, die ebenfalls unter den Top drei rangieren.
Während das britische politische Risiko, das 2019 noch dominierte, stark an Bedeutung verlor, stieg die Nennung von Pandemie-, Inflations- und operationellen Risiken, wobei letztere oft den Klimawandel umfassten.
Geopolitische Risiken bleiben konstant hoch.
Cyber-, Pandemie- und geopolitische Risiken werden zudem als am wahrscheinlichsten zu materialisieren eingeschätzt.
Verschiebung der Risikolandschaft nach Covid
Die Ergebnisse der BOE-Umfrage spiegeln eine globale Neuausrichtung der Risikowahrnehmung wider, weg von traditionellen politischen Unsicherheiten hin zu technologischen und globalen Schocks.
Der Aufstieg von Cyber- und operationellen Risiken, inklusive Klimawandel, unterstreicht die wachsende digitale Abhängigkeit und die Notwendigkeit robuster Infrastrukturen.
Die zunehmenden Inflationssorgen der Marktteilnehmer sind im Kontext der globalen Lieferkettenprobleme und der geldpolitischen Debatten Ende 2021 zu sehen.
Diese Einsichten sind entscheidend für die Gestaltung von Stresstests und Regulierungsinitiativen, um die Resilienz des Finanzsystems zu stärken.
Klarer Fokus auf neue Bedrohungen
Die Umfrage liefert wertvolle Einblicke in die sich wandelnde Wahrnehmung systemischer Risiken durch zentrale Akteure des Finanzmarktes.
Die explizite Verschiebung von politischen zu Cyber- und Pandemie-Risiken ist ein starkes Signal für aktuelle Marktängste und potenzielle Schwerpunkte der Aufsichtsbehörden.
Obwohl es sich nicht um eine direkte politische Aussage der BOE handelt, informiert es deren Verständnis von Schwachstellen und zukünftigen Stresstestszenarien und ist somit eine wichtige Informationsquelle für Regulierer und Investoren.