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Britische Firmen unter Zinsdruck: Hälfte bis Jahresende mit schwacher Schuldendienstfähigkeit

Zinsanstieg erhöht Druck auf UK-Unternehmen

Eine Analyse der Bank of England vom 22. August 2023 beleuchtet die Anfälligkeit britischer Unternehmen gegenüber höheren Zinsen.

Steigende Zinskosten erhöhen den Druck auf verschuldete Firmen und das Ausfallrisiko.

Der Anteil großer und mittlerer Unternehmen mit einem niedrigen Zinsdeckungsgrad (ICR unter 2,5) wird voraussichtlich von 45% im Jahr 2022 auf 50% Ende 2023 ansteigen.

Dies könnte Investitionen und Beschäftigung dämpfen und die Finanzstabilität indirekt beeinflussen.

Trotz des Anstiegs liegen die aktuellen Anfälligkeiten jedoch unter den Spitzenwerten der globalen Finanzkrise und des Dotcom-Crashs.

Zudem sind britische Banken heute deutlich besser kapitalisiert.

Finanzstabilität im Fokus der Zinswende

Diese Analyse erscheint inmitten der anhaltenden Debatte um die Auswirkungen strafferer Geldpolitik auf die Realwirtschaft.

Während die Bank of England die Inflation bekämpft, wachsen Sorgen vor einer Rezession und Unternehmensinsolvenzen.

Die Untersuchung liefert wichtige Einblicke in die Widerstandsfähigkeit des Unternehmenssektors und ergänzt die regelmäßigen Finanzstabilitätsberichte der BOE.

Sie ist bemerkenswert, da sie trotz der Projektion eines steigenden Zinsstresses eine beruhigende Perspektive im historischen Vergleich bietet und die verbesserte Kapitalisierung der Banken hervorhebt.

Warnung mit historischer Relativierung

Die Analyse bietet eine wichtige, wenn auch nicht alarmierende, Einschätzung der Unternehmensvulnerabilität.

Sie liefert konkrete Projektionen zum Zinsdeckungsgrad, relativiert diese aber durch den Vergleich mit früheren Krisen.

Die Erwähnung methodischer Einschränkungen und potenzieller Gegenmaßnahmen der Unternehmen dämpft die Signalwirkung eines reinen Warnschusses, bietet aber relevante Daten für Finanzstabilitätsanalysten.

Original: How vulnerable are UK companies to higher interest rates?

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