BOE Decoder

Bank of England: T+1-Umstellung erfordert dringende Digitalisierung

T+1-Vorbereitung und Markt-Resilienz im Fokus

Die Protokolle des Securities Lending Committee der Bank of England vom September 2025 offenbaren dringenden Handlungsbedarf bei der Vorbereitung auf die T+1-Abwicklung bis Oktober 2027.

Der Ausschuss erwartet Ende 2025 einen Gesetzesentwurf und betont die Notwendigkeit umfassender Automatisierung, insbesondere für grenzüberschreitende Abwicklungen und Marktendschlüsse.

Es besteht jedoch eine Zurückhaltung bei Investitionen in neue digitale Lösungen, stattdessen liegt der Fokus auf der Anpassung bestehender Systeme.

Weitere Themen waren die Stärkung der Resilienz des Gilt-Repo-Marktes, Herausforderungen bei der Abwicklung von Corporate Actions und die wachsende Bedeutung von Vendor-Lösungen im Wertpapierfinanzierungssektor.

Regulatorische Updates zu UCITS-Sicherheiten und einer geplanten EU Capital Markets Savings & Investments Union wurden ebenfalls besprochen.

Regulierungsdruck trifft auf Digitalisierungs-Skepsis

Die Diskussionen des BOE-Ausschusses spiegeln die globalen Bemühungen wider, die Effizienz und Resilienz der Finanzmärkte zu steigern, insbesondere durch die Umstellung auf T+1-Abwicklung.

Dies ist eine direkte Reaktion auf die Lehren aus jüngsten Marktvolatilitäten und den globalen Trend zur Beschleunigung von Transaktionen.

Bemerkenswert ist die offen geäußerte "Reticence" der Industrie, in zukunftsweisende Digitalisierung zu investieren, was auf potenzielle Engpässe und erhöhte Risiken hindeutet, sollte die Branche nicht proaktiver handeln.

Die Protokolle zeigen auch die fortlaufende Fragmentierung der regulatorischen Landschaft zwischen UK und EU, trotz Bemühungen um Harmonisierung.

Klarer Fahrplan, verhaltene Industrie-Reaktion

Diese Protokolle sind Pflichtlektüre für Marktteilnehmer, die von der T+1-Umstellung betroffen sind.

Sie bieten einen detaillierten Einblick in den Zeitplan der Gesetzgebung und die Erwartungen der Aufsichtsbehörden an die Vorbereitung der Firmen.

Die explizite Erwähnung der Zurückhaltung der Industrie bei Digitalisierungsinvestitionen ist ein starkes Signal für potenzielle Engpässe und operative Risiken, die den Übergang erschweren könnten.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen.