Nichtbanken verstärken Geldpolitik: Risiken bei Rezession, Nutzen langfristig
NBFI-Rolle in Geldpolitik und Finanzstabilität
Ein neues Working Paper der Bank of England untersucht die Rolle von Nichtbanken (NBFI) in der Übertragung der Geldpolitik.
Die Autoren Manuel Gloria und Chiara Punzo entwickeln ein DSGE-Modell, das zustandsabhängige Eigenkapitalanforderungen für Geschäftsbanken als Quelle von Nichtlinearitäten integriert.
Ihre Analyse zeigt, dass die Präsenz von NBFIs die kontraktiven Effekte der Geldpolitik verstärkt, hauptsächlich über den Vermögenspreiskanal.
Dieser Verstärkungseffekt ist besonders ausgeprägt im linken Ende der BIP-Verteilung, also in Phasen wirtschaftlicher Schwäche oder Rezession, und bleibt auch unter Bedingungen der Zinsuntergrenze (ZLB) stark.
Die Studie hebt einen interessanten Gegensatz hervor: Während NBFIs kurzfristige Anfälligkeiten im Zusammenhang mit der Geldpolitik aufweisen und deren Auswirkungen potenzieren können, sind sie langfristig mit Wohlfahrtsgewinnen verbunden.
Ein größerer Anteil der Kreditvergabe durch NBFIs wird mit einem höheren gesamtgesellschaftlichen Wohlstand assoziiert.
Dies deutet auf eine komplexe Abwägung zwischen kurzfristiger Stabilität und langfristigem Nutzen hin, die für Zentralbanken relevant ist.
Implikationen für Zentralbanken und Stabilität
Diese Studie ist hochrelevant für Zentralbanken wie die Bank of England, die sich zunehmend mit der Rolle von Nichtbanken im Finanzsystem und deren Auswirkungen auf die Finanzstabilität und die Transmission der Geldpolitik auseinandersetzen.
Die Erkenntnis, dass NBFIs die kontraktiven Effekte der Geldpolitik verstärken, insbesondere in Krisenzeiten und bei niedrigen Zinsen, unterstreicht die Notwendigkeit einer genauen Überwachung dieses Sektors.
Die Ergebnisse könnten Implikationen für die Gestaltung makroprudenzieller Maßnahmen haben, insbesondere im Hinblick auf zustandsabhängige Kapitalanforderungen für Banken und die Regulierung von NBFIs, um systemische Risiken zu mindern.
Gleichzeitig muss der langfristige Wohlfahrtsnutzen der NBFI-Kreditvergabe berücksichtigt werden, was eine ausgewogene Politik erfordert.
NBFI-Rolle kritisch für Geldpolitik
Das Papier ist wichtig, da es die komplexe Rolle von Nichtbanken für die Finanzstabilität und die Wirksamkeit der Geldpolitik beleuchtet.
Die Verstärkung kontraktiver Effekte in Krisenzeiten durch NBFIs stellt ein potenzielles Risiko dar, das Zentralbanken bei der Gestaltung ihrer Politik berücksichtigen müssen.
Die Erkenntnisse sind für die makroprudenzielle Aufsicht und die Kalibrierung von Kapitalanforderungen relevant, insbesondere in Bezug auf die Reaktion des Finanzsystems auf Schocks.
Es liefert eine fundierte Basis für die Diskussion über die Regulierung des Nichtbankensektors.