BOE-Studie: Mehr Firmen setzen Preise flexibel – schärfere Inflationsreaktion
Flexible Preissetzung verstärkt Inflationsschwankungen
Ein neues Working Paper der Bank of England, verfasst von Philip Bunn, Nicholas Bloom, Craig Menzies, Paul Mizen, Gregory Thwaites und Ivan Yotzov, beleuchtet die Preissetzung von Unternehmen im Vereinigten Königreich.
Seit 2023 geben 54 Prozent der Firmen an, ihre Preise zustandsabhängig festzulegen, anstatt sie in festen Intervallen zu ändern.
Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2019, als nur 44 Prozent der Unternehmen diese Methode nutzten.
Kleinere Firmen, solche mit höheren Anteilen an Nicht-Lohnkosten und jene mit höherer subjektiver Unsicherheit bei Umsatz und Preisen neigen eher zur zustandsabhängigen Preissetzung.
Diese Firmen erlebten 2022-23 einen schärferen Anstieg der Preiswachstumsraten und einen schnelleren Rückgang danach.
Experimentelle Evidenz zeigt, dass ihre Preise stärker auf Kostenschocks reagieren, insbesondere bei größeren Schocks.
Preissetzung als Inflationsmotor
Die Erkenntnisse sind für Zentralbanken von hoher Relevanz, da die Art der Preissetzung die Inflationsdynamik und die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen maßgeblich beeinflusst.
In einer Zeit erhöhter Inflation und volatiler Kosten ist das Verständnis, wie Unternehmen auf Schocks reagieren, entscheidend für die Prognose und Steuerung der Preisstabilität.
Der beobachtete Trend zu flexibleren Preisanpassungen könnte bedeuten, dass Inflationsschocks in Zukunft schneller und intensiver durch die Wirtschaft schlagen, aber auch schneller wieder abklingen.
Preissetzung: Ein unterschätzter Faktor
Die Studie liefert neue, empirische Belege für einen fundamentalen Mechanismus der Inflation.
Die Verschiebung hin zu flexiblerer Preissetzung bei Unternehmen hat direkte Auswirkungen auf die Übertragung von Kostenschocks und die Reaktionsfähigkeit der Inflation.
Dies ist entscheidend für das Verständnis und die Modellierung geldpolitischer Effekte.
Original: State- and time-dependent pricing
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