BOE: Hohe Hürden bremsen Zinswirkung auf Investitionen
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BOE: Hohe Hürden bremsen Zinswirkung auf Investitionen

Träge Hürden, schwache Zinswirkung

Firmen passen ihre Investitionshürden nur träge an steigende Zinsen an, was die geldpolitische Transmission dämpft.

BOE-Ökonomen zeigen in einer neuen Studie, basierend auf einer Umfrage im Straffungszyklus 2022–23, dass die geforderten Renditen britischer Unternehmen hoch sind und nur langsam auf Zinserhöhungen reagierten.

Selbst bei Firmen, die externe Finanzierung nutzen, wurde nur rund die Hälfte der gestiegenen Kapitalkosten in die Hürdenraten eingepreist.

Diese Trägheit führt dazu, dass Investitionen bei restriktiver Geldpolitik weniger stark zurückgehen als erwartet, was die Wirksamkeit der Zinsbremse reduziert.

Geldpolitik: Der lange Arm der Zinsen

Zentralbanken verlassen sich darauf, dass Zinsanhebungen Investitionen verteuern und so die Nachfrage dämpfen.

Dieses BOE-Working Paper stellt die Effizienz dieses Transmissionskanals in Frage.

Es liefert empirische Belege dafür, dass die interne Preissetzung von Unternehmen – ihre Hürdenraten – ein signifikanter Reibungspunkt sein kann.

Für Notenbanker, die im aktuellen Zyklus mit hartnäckiger Inflation kämpfen, ist dies eine wichtige Erkenntnis, da sie impliziert, dass die geldpolitische Straffung möglicherweise nicht so schnell oder umfassend wirkt wie erhofft.

Trägheit als geldpolitisches Handicap

Die Studie legt einen wichtigen, bislang unterschätzten Reibungspunkt in der geldpolitischen Transmission offen.

Wenn Unternehmen ihre Investitionsentscheidungen nicht schnell an veränderte Kapitalkosten anpassen, muss die Zentralbank möglicherweise stärker oder länger straffen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Für die aktuelle Debatte um die Effektivität von Zinsanhebungen ist dies ein substanzieller Beitrag.