BOE Paper

BOE-Studie: Informationslücken bei Produktion verändern Inflationsdynamik

Rigiditäten prägen Inflations- und Output-Reaktion

Ein aktuelles Working Paper der Bank of England untersucht ein neukeynesianisches Modell, das Produktionsinputs und Preissetzungsentscheidungen unter Informationsfriktionen betrachtet.

Die Studie zeigt, dass die Annahme von realen versus nominalen Rigiditäten entscheidend ist für die Durchleitung von Nachfrageschocks auf Output und Inflation.

Unvollkommene Informationen bei der Wahl der Produktionsinputs verstärken die Inflationseffekte und dämpfen den Output.

Sind jedoch sowohl Inputs als auch Preissetzung von Informationsmängeln betroffen, wird der Output-Effekt verstärkt und die Inflation gedämpft.

Erwartungen über die Nachfrage können zudem wie Angebotsschocks wirken.

Empirische Belege stützen die Relevanz realer Rigiditäten, indem die Inflation nach positiven Produktionsüberraschungen tendenziell fällt.

Neue Perspektiven auf Inflations- und Output-Reaktionen

Diese BOE-Studie ist hochrelevant in einer Zeit, in der Zentralbanken weltweit mit der Komplexität von Inflationsschocks und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft ringen.

Sie vertieft das Verständnis, wie Informationsasymmetrien und Rigiditäten die Übertragung von Nachfrageschocks auf Preisniveau und Produktion beeinflussen.

Insbesondere die Erkenntnis, dass Nachfrageerwartungen wie Angebotsschocks wirken können, bietet neue Ansätze für die Interpretation wirtschaftlicher Entwicklungen und die Kalibrierung geldpolitischer Maßnahmen.

Dies ist entscheidend für die Beurteilung der Effektivität von Zinsanhebungen und die Prognose der zukünftigen Inflationspfade.

Grundlagenforschung mit praktischem Nutzen

Das Working Paper bietet wichtige theoretische Erkenntnisse für Zentralbankökonomen und Policy-Experten, indem es die Rolle von Informationsfriktionen und Rigiditäten bei der Transmission von Nachfrageschocks präzisiert.

Obwohl es keine direkten Policy-Empfehlungen enthält (daher Signalstärke 2), liefert es ein verfeinertes Modellverständnis, das für die Analyse aktueller Inflationsdynamiken und die Gestaltung zukünftiger Geldpolitik von Bedeutung ist.

Die empirische Evidenz stärkt die Glaubwürdigkeit der Modellannahmen.

Original: Sticky production and monetary policy

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