BOE Speech

BOE-Greene: Zentralbanken müssen Angebotsseite neu bewerten

Angebotsseite erfordert Umdenken der Notenbanken

Megan Greene, Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England, plädiert in Glasgow für eine grundlegende Neubewertung des Umgangs von Zentralbanken mit angebotsseitigen Schocks.

Sie kritisiert die traditionelle "Durchblick"-Strategie, die auf vier Annahmen (Transitorisch, Trade-off, Verankerte Erwartungen, Stumpfes Werkzeug) basiere, als "überholt".

Angesichts der jüngsten Erfahrungen mit Pandemie und Krieg seien angebotsseitige Schocks zunehmend persistent, multiplikativ und erforderten eine angepasste geldpolitische Reaktion, um Preisstabilität zu gewährleisten.

Insbesondere negative Arbeitsangebotsschocks hätten langanhaltende Inflationseffekte.

Zentralbanken ringen mit Inflationsursachen

Die Rede von Megan Greene reiht sich in die aktuelle Debatte der Zentralbanken ein, wie auf die jüngsten Inflationswellen zu reagieren ist, die stark von angebotsseitigen Faktoren wie Energiepreisen und Lieferkettenstörungen getrieben wurden.

Sie stellt die etablierte Sichtweise in Frage, dass Geldpolitik primär auf Nachfrageschocks reagieren sollte.

Ihre Argumentation signalisiert eine mögliche Verschiebung im analytischen Rahmen der Bank of England und anderer Notenbanken, die sich zunehmend mit der Komplexität und Persistenz von Angebotsschocks auseinandersetzen müssen.

Fundamentale Kritik an etablierter Geldpolitik

Greene liefert eine detaillierte und kritische Analyse der traditionellen Zentralbank-Reaktion auf Angebotsschocks.

Ihre These, dass die "vier T's" überholt sind und Notenbanken umdenken müssen, ist ein starkes intellektuelles Signal.

Die Rede ist Pflichtlektüre für alle, die die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik im Kontext volatiler Angebotsketten verstehen wollen, auch wenn sie keine unmittelbaren Policy-Ankündigungen enthält.