Kredit Suisse-Kollaps: Handelsbeziehungen im FX-Derivatemarkt unter Stress
Auswirkungen des CS-Kollapses auf FX-Derivate
Dieses Working Paper untersucht die Rolle von Händler-Kunden-Beziehungen im OTC-FX-Derivatemarkt anhand granularer Transaktionsdaten.
Es zeigt, dass diese Beziehungen über die Zeit hinweg beständig sind.
Die Analyse des Kollapses der Credit Suisse im März 2023 offenbart, dass stark exponierte Kunden im Vergleich zu nicht exponierten Kunden einen durchschnittlichen Spread-Anstieg von etwa 16 Basispunkten pro gehandeltem Notional-Dollar erlebten, obwohl ihre Handelsaktivität unverändert blieb.
Diese höheren Spreads wurden über Geschäfte mit Nicht-Credit Suisse-Händlern gezahlt.
Während stark exponierte Kunden weiterhin mit Credit Suisse handelten, reduzierten weniger exponierte Kunden ihre Aktivitäten mit CS, verlagerten diese aber zu anderen Gegenparteien.
Die Ergebnisse betonen die kritische Rolle von Such- und Verhandlungshemmnissen in diesem Markt, insbesondere bei Schocks für Beziehungshändler.
Marktstabilität und Finanzsystemrisiken
Die Studie liefert wichtige Einblicke in die Funktionsweise des OTC-FX-Derivatemarktes unter Stressbedingungen, wie sie der Kollaps der Credit Suisse darstellte.
Für Zentralbanken ist das Verständnis der Dynamik von Händler-Kunden-Beziehungen und der Auswirkungen von Gegenparteirisiken auf die Marktliquidität und Preisbildung von entscheidender Bedeutung.
Die Erkenntnisse über erhöhte Spreads für exponierte Kunden und die unterschiedliche Anpassungsfähigkeit von Marktteilnehmern sind relevant für die Bewertung von Finanzstabilitätsrisiken und die Gestaltung regulatorischer Maßnahmen zur Stärkung der Marktresilienz bei zukünftigen Schocks.
Einblicke in Marktstress und Finanzstabilität
Das Papier ist wichtig, da es detaillierte Einblicke in die Auswirkungen eines bedeutenden Bankenkollapses auf einen kritischen Finanzmarkt liefert.
Die Analyse der Preisbildung und des Handelsverhaltens von Kunden unter Stressbedingungen hebt die Bedeutung von Handelsbeziehungen und die Rolle von Such- und Verhandlungshemmnissen hervor.
Diese Erkenntnisse sind für Zentralbanken von hoher Relevanz, um die Übertragung von Schocks im Finanzsystem besser zu verstehen und potenzielle Schwachstellen in der Marktstruktur zu identifizieren, die die Finanzstabilität gefährden könnten.