BoE: Britische Faktoren trieben Gilt-Renditen seit August massiv
UK-Faktoren dominierten Gilt-Anstieg
Mitarbeiter der Bank of England analysieren den Anstieg der zehnjährigen britischen Staatsanleiherenditen zwischen Januar und Oktober 2022 um fast 300 Basispunkte, wovon zwei Drittel seit August erfolgten.
Während globale Schocks anfangs eine Rolle spielten, identifiziert ein Modell nach Rigobon (2003) seit August eine zunehmend dominante Rolle UK-spezifischer Faktoren.
Dazu zählten höhere Erwartungen für den Leitzins, erhöhte politische und wirtschaftliche Unsicherheit durch fiskalische Ankündigungen der Regierung sowie Marktilliquidität.
Ein späterer Rückgang der Renditen vor dem November-MPC-Treffen war ebenfalls auf britische Komponenten zurückzuführen.
Nachwehen der 'Mini-Budget'-Turbulenzen
Diese Analyse ordnet sich in die Debatte um die Ursachen der Gilt-Marktturbulenzen im Herbst 2022 ein, die durch die fiskalischen Ankündigungen der damaligen Regierung Truss ausgelöst wurden.
Sie liefert eine quantitative Bestätigung der weit verbreiteten Annahme, dass UK-spezifische Faktoren, insbesondere die Unsicherheit über die Finanzpolitik, die Haupttreiber des Renditeanstiegs waren.
Die Anwendung eines spezifischen Modells zur Trennung globaler und lokaler Schocks unterstreicht die methodische Tiefe der BoE-Analyse und ihre Bemühungen, komplexe Marktphänomene präzise zu entschlüsseln.
Modell bestätigt UK-spezifische Schocks
Die Quelle ist relevant, da sie eine fundierte, quantitative Analyse der Gilt-Markt-Turbulenzen 2022 durch die Zentralbank selbst liefert.
Sie bestätigt mit einem spezifischen Modell die Dominanz UK-spezifischer Faktoren und liefert damit wichtige Einblicke in die BoE-Perspektive auf die Krise.
Weniger stark ist das Signal, da es sich um eine retrospektive Erklärung handelt, die keine neuen geldpolitischen Implikationen oder Forward Guidance enthält.