London und Brüssel stärken Aufsicht über kritische Finanz-Drittanbieter
Finanzsektor: Gemeinsame CTP-Aufsicht
Die britischen Regulierungsbehörden – Financial Conduct Authority (FCA), Bank of England (BOE) und Prudential Regulation Authority (PRA) – haben gemeinsam ein Memorandum of Understanding (MoU) mit den Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) unterzeichnet.
Dieses Abkommen schafft einen Rahmen für die verbesserte Zusammenarbeit und den Informationsaustausch bei der Aufsicht über kritische Drittanbieter (CTPs) unter dem britischen Regime und Critical Third Party Providers (CTPPs) unter der EU-Verordnung DORA.
Ziel ist es, potenzielle Risiken für die Finanzstabilität und das Marktvertrauen zu managen, die internationale Kooperation zu stärken und Doppelarbeit sowie den Regulierungsaufwand zu reduzieren.
Der Informationsaustausch umfasst auch Vorfälle wie Stromausfälle oder Cyberangriffe.
Die britischen Regeln wurden 2024 eingeführt und traten am 1. Januar 2025 in Kraft, wobei das Finanzministerium (HMT) die CTPs benennt.
Wachsende Bedeutung der Operationalen Resilienz
Die zunehmende Abhängigkeit des Finanzsektors von externen IT-Dienstleistern hat die operationale Resilienz zu einem zentralen Anliegen der Regulierungsbehörden gemacht.
Mit der Einführung des britischen CTP-Regimes im Jahr 2024 und der EU-Verordnung DORA, die am 1. Januar 2025 in Kraft trat, entstand die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Koordination.
Das MoU ist eine direkte Antwort auf diese Entwicklung und formalisiert die Zusammenarbeit in einem Bereich, der für die Stabilität beider Wirtschaftsräume von wachsender Bedeutung ist.
Es unterstreicht zudem die Bemühungen, nach dem Brexit eine funktionierende regulatorische Brücke zwischen London und Brüssel aufrechtzuerhalten.
Risikomanagement für den Finanzsektor
Das MoU formalisiert eine entscheidende Kooperation im Risikomanagement des Finanzsektors.
Angesichts der systemischen Bedeutung kritischer Drittanbieter und der zunehmenden Cyberrisiken ist die grenzüberschreitende Abstimmung unerlässlich.
Es ist ein konkreter Schritt zur Stärkung der operationalen Resilienz und zur Reduzierung potenzieller Störungen, die Finanzmärkte destabilisieren könnten.