Lohnangaben in Stellenanzeigen: Kein Volumen, aber mehr Elastizität
Lohnangaben: Wirkung auf Bewerbungen und Qualität
Ein aktuelles BOE-Arbeitspapier untersucht mittels Feldexperiment die Auswirkungen von Lohninformationen in Stellenanzeigen.
Die Studie zeigt, dass die Offenlegung von Löhnen das durchschnittliche Bewerbungsvolumen nicht verändert.
Stattdessen verstärkt sie die Lohnelastizität der Bewerbungen erheblich: Höher dotierte Stellen ziehen mehr Bewerber an, während niedriger dotierte weniger erhalten.
Überraschenderweise bleibt die durchschnittliche Bewerberqualität unverändert, was etablierte Modelle der gerichteten Suche infrage stellt.
Die Autoren erklären das Fehlen einer fähigkeitsbasierten Sortierung mit zweiseitig begrenzten Informationen über die Fähigkeiten der Bewerber.
Ferner legen sie dar, dass die Entscheidung von Unternehmen, keine Löhne zu veröffentlichen, als Absicherung gegen unproduktive Anstellungen dienen kann.
Diese Erkenntnisse sind relevant für das Verständnis der Arbeitsmarktdynamik und der Informationsasymmetrien.
Implikationen für Arbeitsmarkt und Geldpolitik
Die Studie liefert wichtige Einblicke in die Funktionsweise des Arbeitsmarktes, insbesondere in Bezug auf Informationsasymmetrien und Suchverhalten.
Für Zentralbanken sind diese Dynamiken von Bedeutung, da sie die Lohnfindung, die Arbeitskräftemobilität und letztlich die Inflationsentwicklung beeinflussen können.
Ein besseres Verständnis, wie Lohninformationen das Matching von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beeinflussen, ist entscheidend für die Einschätzung der strukturellen Komponenten der Arbeitslosigkeit und der Lohnentwicklung.
Die Erkenntnisse können helfen, die Effektivität von Arbeitsmarktmaßnahmen zu bewerten und die Prognosemodelle für den Arbeitsmarkt zu verfeinern.
Relevanz für Arbeitsmarkt- und Lohnanalyse
Das Arbeitspapier bietet wertvolle deskriptive Einblicke in die Mikrostruktur des Arbeitsmarktes und die Auswirkungen von Lohninformationen.
Diese sind für die Analyse der Lohnentwicklung und des Suchverhaltens von großer Bedeutung für Zentralbanken.
Die Relevanz ist hoch (4), da ein besseres Verständnis dieser Mechanismen die Einschätzung von Inflationsrisiken und Arbeitsmarktfriktionen verbessert.
Die Signalstärke ist jedoch gering (2), da es sich um eine akademische Studie handelt, die deskriptive Erkenntnisse liefert und keine direkten geldpolitischen Implikationen oder Forward Guidance enthält.
Original: Wage information and applicant selection
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