PRA warnt: Solvency II-Anpassung ignoriert Kreditrisiken von Versicherern
PRA fordert bessere Risikosignale für Versicherer
Ein Blogbeitrag der Bank of England vom Oktober 2021 beleuchtet die Bedenken der Prudential Regulation Authority (PRA) bezüglich der Matching Adjustment (MA) unter Solvency II.
Die MA erlaubt Versicherern eine höhere Bewertung ihrer Verbindlichkeiten bei eng abgestimmten langfristigen Aktiva und Passiva.
Die PRA, vertreten durch Charlotte Gerken, kritisiert, dass das aktuelle Design der MA unempfindlich gegenüber Marktsignalen aus Kreditspread-Änderungen ist.
Der sogenannte Fundamental Spread (FS), der Risiken aus Kreditverlusten abbildet, basiert auf 30-jährigen Durchschnittswerten und reagiert daher extrem langsam.
Dies könnte dazu führen, dass Versicherer Kreditrisiken unterschätzen und der Schutz der Versicherungsnehmer unzureichend ist.
Die laufende Solvency II-Überprüfung bietet die Chance, die Kalibrierung anzupassen, um bessere Signale für ein effektives Risikomanagement zu gewährleisten, unterstützt durch Quantitative Impact Studies (QIS).
Regulierungsreform nach Brexit im Fokus
Dieser Beitrag ist im Kontext der umfassenden Überprüfung von Solvency II in Großbritannien angesiedelt, die nach dem Brexit eine Anpassung des EU-Regelwerks an die spezifischen Bedürfnisse des britischen Marktes zum Ziel hat.
Die Diskussion um die Matching Adjustment (MA) ist ein zentraler technischer Punkt innerhalb dieser Reform, da sie direkt die Bilanzstärke von Versicherern und den Schutz von Versicherungsnehmern betrifft.
Die PRA, als Aufsichtsbehörde, versucht hier, ein Gleichgewicht zwischen Stabilität, Wettbewerbsfähigkeit und einer angemessenen Risikobewertung zu finden.
Die Betonung der Marktsignale spiegelt eine generelle Tendenz wider, Regulierungen dynamischer und weniger starr zu gestalten, um auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren zu können.
Klarer Kurs für dynamischere Regulierung
Dieser Beitrag liefert eine detaillierte und kritische Analyse der Matching Adjustment unter Solvency II aus Sicht der PRA.
Er signalisiert eine klare Absicht der Regulierungsbehörde, die Sensitivität gegenüber Kreditrisiken zu erhöhen und die Regulierung dynamischer zu gestalten.
Obwohl keine konkreten Policy-Änderungen verkündet werden, ist die Richtung der Reformbemühungen unmissverständlich.
Dies macht die Quelle für institutionelle Investoren und Policy-Experten im Versicherungssektor zu einer wichtigen Lektüre, um die zukünftige Ausrichtung der britischen Finanzmarktregulierung zu verstehen.