JGB-Markt: BOJ-Tapering wirkt, doch Super-Longs bleiben Problemzone
Erholung mit Schönheitsfehlern
Die japanische Zentralbank (BOJ) sieht erste Erfolge ihrer schrittweisen Reduzierung der Staatsanleihenkäufe.
Die Marktliquidität im JGB-Segment verbessert sich moderat, die Preisbildung funktioniert wieder effektiver.
Doch die Freude ist getrübt: Insbesondere im Super-Long-Segment bleiben Verzerrungen und eine geringe Markttiefe bestehen.
Marktteilnehmer fordern von der BOJ weiterhin ein hochgradig vorhersehbares Vorgehen, mahnen aber auch zu Flexibilität bei der Anpassung der Kaufvolumina, um die verbleibenden Schwachstellen nicht zu verschärfen.
Der lange Weg zur Normalisierung
Nach Jahren der massiven Interventionen und der Zinskurvenkontrolle (YCC) befindet sich die BOJ auf einem heiklen Pfad der Normalisierung.
Diese Marktgespräche sind ein wichtiges Stimmungsbild, das die Herausforderungen des Ausstiegs aus einer Ära unkonventioneller Geldpolitik aufzeigt.
Während die BOJ versucht, die Marktfunktionen wiederherzustellen, ohne Volatilität zu schüren, beobachten globale Investoren genau, wie die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ihre Geldpolitik anpasst.
Feintuning im Ausstiegsprozess
Die Protokolle bestätigen, dass der BOJ-Ansatz des 'graduellen und vorhersehbaren' Taperings grundsätzlich funktioniert.
Die Rückmeldungen der Marktteilnehmer sind jedoch kein Freifahrtschein.
Sie zeigen präzise auf, wo der Markt noch fragil ist – vor allem bei den Super-Long-Anleihen.
Die BOJ muss nun beweisen, dass sie auf diese Nuancen reagieren kann, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben.
Es geht um die Kalibrierung des Ausstiegs, nicht um eine Kursänderung.