Barr warnt: Deregulierung in Boomzeit erhöht Finanzrisiken
Michael S. Barr, Mitglied des Federal Reserve Board, warnt vor den Risiken der Deregulierung im Bankensektor. Er befürchtet, dass aktuelle Schritte die Finanzstabilität gefährden und zu zukünftigen Krisen führen könnten.
Kapitalpuffer schrumpfen, Aufsicht schwächelt
Michael S. Barr kritisiert die jüngsten Schritte der Federal Reserve und anderer Aufsichtsbehörden, die die Regulierung und Aufsicht von Banken schwächen.
Er hebt hervor, dass die kollektiven Effekte dieser Maßnahmen die Sicherheit und Solidität der Banken sowie die Stabilität des Finanzsystems gefährden.
Insbesondere wurden die Kapitalanforderungen für die größten Banken (GSIBs) um aggregiert 6 Prozent oder 60 Milliarden Dollar gesenkt.
Dies geschah durch die Reduzierung der Stresstests, die Schwächung der Leverage Ratio und die Unterschreitung internationaler Basel III-Standards.
Parallel dazu wird die Bankenaufsicht geschwächt, etwa durch eine „Noteninflation“ im Bewertungssystem für große Finanzinstitute und weniger Gewicht auf Risikomanagement.
Barr warnt, dass dies ein schlechtes Beispiel für andere Länder setzt und zu einem „Wettlauf nach unten“ führen könnte, was die globale Finanzstabilität bedroht.
Verbraucherschutz leidet, Risiken steigen
Neben der Deregulierung im Bankensektor wurden auch die Verbraucherschutzvorschriften durch das Consumer Financial Protection Bureau zurückgefahren.
Dies erhöht Risiken wie Betrug und räuberische Kreditvergabe, die bereits vor der globalen Finanzkrise verheerende Schäden anrichteten.
Barr betont, dass die Deregulierung zwar kurzfristig wie ein „Zuckerrausch“ wirken mag, indem sie mehr Kreditvergabe und höhere Gewinne ermöglicht.
Doch diese Vorteile gehen auf Kosten einer erhöhten Anfälligkeit des Finanzsystems und könnten langfristig zu verheerenden Krisen führen.
Barrs Warnung, gestützt auf historische Erfahrungen, unterstreicht die Notwendigkeit eines ausgewogenen Ansatzes, um die Stabilität der Wirtschaft zu gewährleisten.