Inflationswahrnehmung prägt Erwartungen der Euro-Haushalte
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In­fla­ti­ons­wahr­neh­mung prägt Erwartungen der Euro-Haushalte

Haushalte im Euroraum bilden ihre Inflationserwartungen maßgeblich auf Basis ihrer Wahrnehmung jüngster Preisänderungen. Eine neue Studie belegt diese robuste Beziehung über Länder und makroökonomische Bedingungen hinweg.

Wahrnehmung als Schlüsselfaktor

Die Studie von Bussière, Gilbert und Grishchenko analysiert Inflationsprognosen von Haushalten im Euroraum aus der European Commission Consumer Survey (ECCS).

Sie zeigt, dass die Wahrnehmung jüngster Preisänderungen durch die Verbraucher eine Schlüsselrolle bei der Bildung ihrer Inflationserwartungen spielt.

Diese Beziehung bleibt robust, selbst wenn spezifische Inflationskomponenten, Haushaltsmerkmale und makroökonomische Bedingungen berücksichtigt werden, obwohl sie über Länder hinweg heterogen ist.

Die Autoren betonen, dass diese Ergebnisse die erhebliche Bedeutung von Inflationswahrnehmungen für die Durchführung der Geldpolitik unterstreichen.

Jerome Powell (2025) erklärte zuvor die Verpflichtung, längerfristige Inflationserwartungen fest zu verankern, um sicherzustellen, dass eine einmalige Preiserhöhung nicht zu einem anhaltenden Inflationsproblem wird.

Haushalte als unterschätzte Akteure

Die Forschung zur Inflationserwartung nutzt verschiedene Methoden, darunter Zeitreihenmodelle, Finanzmarktdaten und Umfragen von professionellen Prognostikern.

Studien, die sich auf Umfragen unter Haushalten konzentrieren, sind jedoch seltener.

Dabei sind Haushalte als wichtige Akteure der Wirtschaft zu betrachten, da sie durch ihr Konsumverhalten die Inflation beeinflussen können.

Bereits Jonung (1981) zeigte eine starke positive Korrelation zwischen Inflationswahrnehmungen und -erwartungen.

Diese Studie erweitert die ECCS-Daten bis 2024 und liefert eine formale ökonometrische Analyse.

Kommunikation neu denken

Die Studie liefert wichtige empirische Belege für die Relevanz der Inflationswahrnehmung von Haushalten.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Kommunikation nicht nur auf Fakten, sondern auch auf die subjektive Wahrnehmung der Bürger abzielen muss, um Erwartungen effektiv zu steuern.

Eine reine Faktenvermittlung könnte ins Leere laufen, wenn die Alltagserfahrung der Menschen eine andere Realität suggeriert.