Zahlungsbetrug steigt auf 4,2 Mrd. Euro: SCA am Limit?
EBA Press

Zahlungsbetrug steigt auf 4,2 Mrd. Euro: SCA am Limit?

Betrug: Milliardenverluste trotz SCA

Der Zahlungsbetrug im Europäischen Wirtschaftsraum erreichte 2024 einen neuen Höchststand von 4,2 Milliarden Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber 3,5 Milliarden Euro im Vorjahr.

Dies geht aus dem jüngsten gemeinsamen Bericht von EBA und EZB hervor.

Obwohl die starke Kundenauthentifizierung (SCA) weiterhin effektiv gegen die Betrugsarten wirkt, für die sie ursprünglich konzipiert wurde – insbesondere bei Kartenzahlungen –, verlagern Kriminelle ihre Angriffe.

Neue Maschen zielen auf die Manipulation von Zahlern ab, wobei Nutzer bei Überweisungen 85 Prozent der Verluste tragen.

Dieser Trend offenbart eine kritische Lücke, die über rein technische Sicherheitsmaßnahmen hinausgeht.

Regulierer im Wettlauf mit Betrügern

PSD2 und die Einführung von SCA waren eine direkte Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch Online-Betrug.

Die nun vorliegenden Daten zeigen einen Teilerfolg: Die technischen Hürden wirken.

Doch die Kriminellen haben gelernt, das schwächste Glied in der Kette anzugreifen – den Menschen.

Dieser Bericht unterstreicht, dass regulatorische Rahmenwerke ständig angepasst werden müssen, um mit der Innovationsgeschwindigkeit der Betrüger Schritt zu halten, und stellt die Frage nach der Haftung bei Betrug durch Manipulation.

SCA-Erfolg, aber neue Fronten

Der Bericht bestätigt die Wirksamkeit von SCA gegen die Betrugsarten, für die es konzipiert wurde.

Die alarmierende Zunahme von Betrug durch Manipulation der Zahler, insbesondere bei Überweisungen, zeigt jedoch eine kritische Lücke auf.

Dies wird die Regulierer zwingen, über rein technische Authentifizierung hinauszugehen und neue Ansätze für den Verbraucherschutz zu entwickeln.