ECB Paper

EZB schärft Stress-Test-Analyse: 2025-Szenario am härtesten

Neues Framework für Szenario-Bewertung

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt ein umfassendes Framework zur Bewertung von Schweregrad und Plausibilität adverser Szenarien in EU-weiten Stresstests vor.

Das Framework kombiniert rückwärtsgerichtete Indikatoren (Vergleich mit historischen Ereignissen) und vorwärtsgerichtete Indikatoren (makroökonomische Modellierung, Berücksichtigung von Systemrisiken).

Die Analyse zeigt, dass die Szenarien über die Zeit an Schwere zugenommen haben, mit einem Höhepunkt im Jahr 2023.

Unter Berücksichtigung der Systemrisiken erweist sich das 2025-Szenario sogar als das schwerwiegendste.

Ziel ist es, die Transparenz und Relevanz von Stresstests zu stärken, indem eine präzisere Einschätzung der zugrundeliegenden Annahmen ermöglicht wird.

Transparenz und Glaubwürdigkeit im Fokus

Dieses Papier ist im Kontext der kontinuierlichen Bemühungen der EZB zu sehen, die Resilienz des europäischen Bankensektors zu stärken und die Wirksamkeit makroprudenzieller Instrumente zu verbessern.

Es reagiert auf die Notwendigkeit, die Komplexität von Stresstests verständlicher zu machen und ihre Ergebnisse konsistenter zu interpretieren.

Die explizite Berücksichtigung von Systemrisiken und die Unterscheidung zwischen makroökonomischem Szenario und dessen Bankenimpact sind entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Finanzstabilitätsanalyse und die Kommunikation mit dem Markt.

Methodische Schärfung für mehr Aussagekraft

Das Framework bietet eine wichtige methodische Weiterentwicklung für die Interpretation von Stresstests, die für institutionelle Investoren und Policy-Experten von hoher Relevanz ist.

Es liefert keine direkten Policy-Signale, sondern verbessert die analytische Grundlage für zukünftige Entscheidungen und die Kommunikation der EZB.

Die Betonung der zunehmenden Schwere der Szenarien, insbesondere des 2025-Szenarios unter Berücksichtigung von Systemrisiken, ist ein implizites Signal für die anhaltende Wachsamkeit der Aufsichtsbehörden.