Lagarde fordert radikale Stärkung des EU-Binnenmarktes bis 2028
Lagarde: Binnenmarkt-Potenzial ausschöpfen
Christine Lagarde betont die Notwendigkeit, Europas Wachstumsmodell von exportorientiert zu binnenmarktorientiert zu verschieben.
Sechs Jahre nach ihrer ersten Rede als EZB-Präsidentin sind die Schwachstellen durch globale Schocks wie US-Zölle und geopolitische Spannungen deutlicher geworden.
Europa zeigt zwar Resilienz durch starke Arbeitsmärkte, digitale Investitionen und Fiskalpolitik, lässt aber enormes Potenzial im Binnenmarkt ungenutzt.
Interne Handelsbarrieren in Dienstleistungen und Gütern sind noch immer hoch.
Lagarde schlägt drei Schritte vor: Wiederbelebung der gegenseitigen Anerkennung, Ausweitung der qualifizierten Mehrheitsentscheidung (QMV) und Einführung optionaler „28. Regime“ (EU-Rechtsrahmen parallel zu nationalem Recht) zur Vereinfachung.
Sie warnt vor weiteren sechs Jahren der Untätigkeit und fordert politischen Willen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsfähigkeit Europas.
Strukturelle Reformen für Eurozonen-Wachstum
Diese Rede ist für Zentralbank-Intelligence von hoher Relevanz, da sie die strukturellen Herausforderungen der Eurozone beleuchtet, die sich direkt auf das Wachstumspotenzial und die Transmission der Geldpolitik auswirken.
Lagardes Appell zur Stärkung des Binnenmarktes adressiert die langfristige Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Eine robustere Binnenwirtschaft würde die Eurozone widerstandsfähiger gegen externe Schocks machen und die Grundlage für nachhaltige Preisstabilität schaffen.
Die vorgeschlagenen Governance-Änderungen könnten die wirtschaftliche Integration vertiefen und somit die Effektivität der EZB-Politik langfristig unterstützen.
Langfristige Wachstumsimpulse für die EZB
Lagardes Rede liefert wichtige Forward Guidance zu den strukturellen Reformen, die für das langfristige Wachstum und die Stabilität der Eurozone entscheidend sind.
Obwohl keine direkte geldpolitische Ankündigung, beeinflusst eine stärkere Binnenwirtschaft das Potenzialwachstum und die Inflationsdynamik, was für die EZB-Strategie von Bedeutung ist.
Die Dringlichkeit des Appells unterstreicht die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur Unterstützung der Preisstabilität.