EZB: Banken sollen Liquiditätszugang jährlich testen
Vorsorge für schwindende Liquidität
Die EZB fordert Banken im Euroraum auf, ab 2026 jährlich ihren Zugang zu den Standard-Refinanzierungsgeschäften zu testen.
Angesichts der schwindenden Überschussliquidität und der Normalisierung der Eurosystem-Bilanz sollen Institute mindestens einmal pro Jahr die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (MROs) und/oder die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (LTROs) mit einem Gebotsbetrag ihrer Wahl nutzen.
Dies soll die operative Bereitschaft der Gegenparteien sicherstellen und die reibungslose Umsetzung der Geldpolitik unterstützen.
Die Maßnahme ist eine präventive Übung, um die Liquiditätsverwaltung der Banken auf die neue Normalität vorzubereiten, bevor Engpässe entstehen.
Bilanznormalisierung im Fokus
Seit dem Höhepunkt Ende 2022 schrumpft die Überschussliquidität im Eurosystem stetig.
Die EZB hat ihre Bilanz durch das Auslaufen von TLTROs und den Beginn des quantitativen Straffungsprozesses (QT) reduziert.
Diese Aufforderung ist eine logische Konsequenz dieser Entwicklung.
Sie signalisiert, dass die EZB die Banken proaktiv auf eine Zukunft vorbereitet, in der der Zugang zu Zentralbankgeld wieder eine aktivere Rolle im täglichen Liquiditätsmanagement spielen wird, statt nur eine theoretische Option zu sein.
Routine ohne Überraschung
Die Aufforderung ist eine erwartbare Anpassung an die schwindende Überschussliquidität.
Sie sendet keine neuen geldpolitischen Signale, sondern stellt sicher, dass die operativen Kanäle für die Liquiditätsversorgung reibungslos funktionieren, wenn sie in Zukunft wieder stärker beansprucht werden.
Eine technische, vorausschauende Maßnahme.