ECB Paper

EU-Industrie: 50% China-FCI-Rückgang führt zu 2-3% Wertschöpfungsverlust

Auswirkungen von Lieferkettenstörungen auf EU-Wirtschaft

Eine EZB-Studie analysiert die Auswirkungen von Störungen bei ausländischen kritischen Inputs (FCIs) aus China und China-nahen Ländern auf die Wertschöpfung in fünf EU-Ländern (Belgien, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien).

Ein 50%iger Rückgang der FCI-Importe würde zu vorübergehenden Wertschöpfungsverlusten im verarbeitenden Gewerbe von 2-3% führen, mit erheblichen Unterschieden.

Große Unternehmen sind für etwa 75% des Rückgangs verantwortlich.

Sektoren wie elektrische Ausrüstung (ca. 7% Rückgang) sind besonders betroffen.

Die Ergebnisse variieren regional stark, beeinflusst durch Spezialisierung und Konzentration.

Die Studie betont die Notwendigkeit, strategische Abhängigkeiten zu identifizieren und Mikrodaten zu sammeln, um die Widerstandsfähigkeit der EU zu stärken und Risiken für Wachstum und Preisstabilität zu mindern.

EU-Abhängigkeit und Resilienz im Fokus

Globale Ereignisse wie COVID-19, der Krieg in der Ukraine, neue US-Zölle und geopolitische Spannungen im Nahen Osten haben die Abhängigkeit der Eurozone von ausländischen Inputs deutlich gemacht.

Die EZB untersucht im Rahmen ihrer Bemühungen zur Analyse der geoökonomischen Fragmentierung diese strategischen Schwachstellen.

Die Quantifizierung der Auswirkungen von Lieferkettenstörungen ist entscheidend für den Aufbau von Widerstandsfähigkeit und die Gestaltung effektiver Industriepolitiken.

Diese Erkenntnisse sind von zentraler Bedeutung für die Beurteilung von Risiken für Wachstum und Preisstabilität und unterstützen die Forderung nach strategischer Autonomie der EU.

Wichtige quantitative Analyse für Zentralbanken

Die Studie liefert eine wichtige quantitative Analyse der Anfälligkeit der EU-Wirtschaft gegenüber geopolitisch bedingten Lieferkettenstörungen.

Die Ergebnisse haben direkte Implikationen für die Geldpolitik, insbesondere hinsichtlich Wachstum und Preisstabilität, und untermauern die Notwendigkeit einer stärkeren strategischen Autonomie.

Obwohl es sich um eine Forschungsarbeit handelt, die keine direkten politischen Ankündigungen enthält, bietet sie fundierte Erkenntnisse, die für die Entscheidungsfindung der Zentralbank und der EU-Politik von hoher Relevanz sind.