EZB hebt Wachstumsprognose an, Inflation bleibt ein Drahtseilakt
Wachstumsschub, Inflationspuzzle
Die Eurozone zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet: Die EZB-Mitarbeiter heben ihre Wachstumsprognosen für den gesamten Horizont bis 2028 an.
Das BIP soll 2025 um 1,4% steigen, getragen von robuster Binnennachfrage, steigenden Reallöhnen und staatlichen Investitionen.
Auch die seit Juni 2024 gesenkten Leitzinsen stützen die Konjunktur.
Bei der Inflation zeichnet sich ein komplexes Bild ab: Nach einem Anstieg 2026 auf 1,9% (revidiert von 1,7%) aufgrund von Lohnwachstum, fällt sie 2027 auf 1,8%, bevor sie 2028 mit 2,0% das Ziel erreicht – maßgeblich beeinflusst durch die auf 2028 verschobene ETS2-Einführung.
Robuste Binnenwirtschaft, globale Risiken
Die aktuellen Projektionen der EZB-Mitarbeiter spiegeln eine bemerkenswerte Resilienz der Eurozone wider, die sich von globalen Handelskonflikten und volatilen Energiepreisen abkoppelt.
Während die Weltwirtschaft weiterhin mit Tarifbarrieren ringt, profitiert die Eurozone von einer starken Binnennachfrage und einer aktiven Fiskalpolitik, insbesondere in Deutschland.
Die seit Mitte 2024 umgesetzten Zinssenkungen der EZB wirken sich nun positiv auf die Finanzierungsbedingungen aus und stützen die Erholung, die sich auch in einer überraschend robusten Entwicklung der Weltwirtschaft und des Welthandels widerspiegelt.
Wachstum überrascht, Inflation bleibt knifflig
Die Aufwärtsrevision der Wachstumsprognosen ist ein starkes Signal für die Widerstandsfähigkeit der Eurozone.
Die Inflation bleibt jedoch ein Drahtseilakt: Die kurzfristige Anhebung für 2026 durch Lohnwachstum und die Verschiebung des ETS2-Effekts auf 2028 zeigen, wie fragil die Pfadabhängigkeit zum 2%-Ziel ist.
Für Investoren und Analysten sind die Details entscheidend.