EZB-Studie: Finanzintegration entscheidet über Geldpolitik-Erfolg
Geldpolitik braucht geeinte Märkte
Geldpolitische Impulse der EZB verpuffen, wenn die Finanzmärkte im Euroraum fragmentiert sind.
Ein neues Working Paper zeigt: Bei geringer Integration, etwa im untersten Quartil, ist die Transmission auf Preise und Output statistisch und ökonomisch bedeutungslos.
Umgekehrt verstärkt eine höhere Finanzintegration die Wirkung der Geldpolitik systematisch, wobei dieser Effekt in den Peripherieländern besonders ausgeprägt ist.
Dort reagieren Inflation und Wirtschaftswachstum deutlich stärker auf geldpolitische Schocks.
Die Studie liefert damit ein weiteres Argument für die Vollendung der Banken- und Kapitalmarktunion, um die Wirksamkeit der EZB zu stärken.
Der ewige Kampf gegen Fragmentierung
Die EZB kämpft seit Jahren gegen die Fragmentierung der Finanzmärkte, die während der Eurokrise besonders sichtbar wurde.
Diese Studie liefert nun den empirischen Beleg, warum Initiativen wie die Banken- und Kapitalmarktunion nicht nur der Risikoteilung oder Kapitalallokation dienen, sondern direkt die geldpolitische Steuerung verbessern.
Die Erkenntnisse untermauern die politische Dringlichkeit, die Einheitlichkeit der Transmission zu gewährleisten und die Wirksamkeit der EZB-Politik im gesamten Währungsraum zu stärken.
Empirischer Beleg für alte Forderung
Das Working Paper liefert den lange gesuchten quantitativen Beleg, dass Finanzintegration kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für effektive Geldpolitik ist.
Es untermauert die politische Agenda zur Vollendung der Banken- und Kapitalmarktunion mit harten Fakten.
Für die unmittelbare geldpolitische Ausrichtung liefert es keine neuen Signale, aber es festigt die Basis für zukünftige Entscheidungen und die strukturelle Stärkung des Euroraums.