EZB-Indikator zeigt: Ukraine-Krieg trifft Osteuropa wirtschaftlich am härtesten
Neuer Indikator misst ungleiche Kriegsfolgen
Ein aktueller Blogbeitrag der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt einen neuen, nachrichtenbasierten Indikator vor, der geopolitische Risiken auf Länderebene in Europa erfasst.
Dieser Indikator, basierend auf europäischen Nachrichtenquellen, zeigt, dass der russische Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 die größte geopolitische Erschütterung der letzten 20 Jahre darstellte.
Die Analyse belegt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in Europa ungleich verteilt sind.
Insbesondere mittel- und osteuropäische (MOEL) Länder, aber auch Finnland, Schweden und Österreich, waren aufgrund ihrer geografischen Nähe, Energieabhängigkeit von Russland und Handelsbeziehungen überproportional betroffen.
Die Schocks führten zwischen 2022 und 2024 zu erheblichen Rückgängen bei BIP, Investitionen und Exporten sowie zu einem Anstieg der Inflation, wobei die kostentreibenden Effekte überwogen.
Das Verständnis dieser heterogenen Auswirkungen ist für die Geldpolitik von entscheidender Bedeutung, um die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Geldpolitik im Schatten geopolitischer Spannungen
Die Analyse erscheint in einer Zeit, in der geopolitische Risiken zunehmend die globale Wirtschaft und die Geldpolitik beeinflussen.
Zentralbanken stehen vor der Herausforderung, die komplexen Auswirkungen solcher Schocks auf Inflation, Wachstum und die Transmission geldpolitischer Impulse zu verstehen.
Der neue, EU-zentrierte Indikator der EZB schließt eine wichtige Lücke, da bestehende Messgrößen oft US-zentrisch oder zu spezifisch sind.
Er liefert eine granularere Sicht auf regionale Vulnerabilitäten innerhalb Europas, was für die EZB als Zentralbank eines heterogenen Währungsraums von großer Bedeutung ist.
Die Betonung der ungleichen Auswirkungen unterstreicht die Notwendigkeit differenzierter politischer Antworten und die Komplexität der Steuerung in einem fragmentierten Risikoumfeld.
Neues Tool für präzisere Risikoanalyse
Dieser Blogbeitrag ist wichtig, da er ein neues, EU-spezifisches Analyseinstrument vorstellt, das eine Lücke in der Messung geopolitischer Risiken schließt.
Die Ergebnisse quantifizieren die heterogenen wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges, insbesondere auf MOEL-Länder, und liefern wertvolle Erkenntnisse für die geldpolitische Entscheidungsfindung.
Obwohl keine direkten Policy-Signale gesendet werden, bietet die detaillierte Analyse der regionalen Vulnerabilitäten eine essenzielle Grundlage für zukünftige Bewertungen und potenzielle Anpassungen der Geldpolitik, um die Resilienz der europäischen Wirtschaft zu stärken.