ECB Paper

Strengere Hypothekenkredite treiben Mieten in die Höhe und fördern Ungleichheit

Kreditrestriktionen: Mieten steigen, Ungleichheit wächst

Eine ECB-Studie beleuchtet die unbeabsichtigten Folgen strengerer Hypothekenkredite.

Während diese die Finanzstabilität verbessern, führen sie zu höheren Mieten und verstärkter Ungleichheit auf dem Wohnungsmarkt.

Haushalte mit eingeschränktem Kreditzugang bleiben länger Mieter, was die Nachfrage nach Mietwohnungen erhöht.

Um Investoren für Mietobjekte zu gewinnen, müssen die Mieten steigen.

Eine Modellanalyse basierend auf irischen Kreditlimits (2015) zeigt, dass Mieten nach vier Jahren um 4% höher liegen und die Wohneigentumsquote um 2 Prozentpunkte sinkt, während Hauspreise kaum betroffen sind.

Die größten Verlierer sind junge Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen, die vom Wohneigentum ausgeschlossen werden und höhere Mieten zahlen müssen.

Eigentümer von Mietobjekten profitieren.

Auch höhere Realzinsen führen zu ähnlichen Effekten, wobei Makroprudenzialmaßnahmen die Schockübertragung dämpfen können.

Die Autoren betonen, dass politische Entscheidungsträger die Verteilungskosten dieser Maßnahmen berücksichtigen sollten, insbesondere angesichts anhaltender Angebotsengpässe im Wohnungsbau.

ECB-Analyse zu Wohnungsmarkt und Kreditpolitik

Dieses ECB Research Bulletin ist hochaktuell, da Wohnungs affordability in vielen Euro-Ländern ein drängendes Problem darstellt.

Die Studie liefert eine fundierte Analyse der komplexen Wechselwirkungen zwischen Hypotheken-, Wohnungs- und Mietmärkten.

Sie beleuchtet einen oft übersehenen Aspekt makroprudenzieller Maßnahmen: ihren Einfluss auf Mieten und soziale Ungleichheit.

Für die EZB ist dies relevant, um die Auswirkungen ihrer Politik auf die Wirtschaft und die Gesellschaft besser zu verstehen und potenzielle Zielkonflikte zwischen Finanzstabilität und Verteilungsgerechtigkeit zu identifizieren.

Implikationen für Geld- & Makroprudenzpolitik

Die Studie bietet wichtige Erkenntnisse für Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden.

Sie zeigt auf, dass Kreditrestriktionen und Zinsanhebungen zwar die Finanzstabilität fördern können, aber gleichzeitig Mieten erhöhen und die Wohneigentumsbildung für einkommensschwächere Haushalte erschweren.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Kalibrierung makroprudenzieller Instrumente und die Berücksichtigung ihrer sozialen und verteilungspolitischen Konsequenzen.