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Schnabel: EZB-Zinssatz 'gut platziert', Inflationsrisiken steigen

EZB-Vorsicht trotz stabiler Inflation

Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Direktoriums, bewertet in einem Bloomberg-Interview vom Dezember 2025 die Wirtschaftslage des Euroraums als widerstandsfähiger als erwartet, mit Wachstum über Potenzial und nun aufwärts gerichteten Risiken.

Die Inflation liege zwar bei 2%, doch die Risiken seien nach oben geneigt, insbesondere durch hartnäckige Dienstleistungsinflation und steigende Lohnwachstumserwartungen.

Die Zinssätze seien "gut platziert", und Schnabel zeigt sich "komfortabel" mit Markterwartungen, dass der nächste Schritt eine Zinserhöhung sein könnte, wenn auch nicht unmittelbar.

Die Bilanznormalisierung schreite reibungslos voran, und strukturelle Liquiditätsoperationen werden ab 2026 diskutiert.

EZB-Kurs zwischen Normalisierung und neuen Risiken

Das Interview findet in einer Phase statt, in der die EZB ihre Bilanz normalisiert und die Märkte über den Zeitpunkt der nächsten geldpolitischen Schritte spekulieren.

Schnabels Äußerungen sind bemerkenswert, da sie explizit die Markterwartung einer Zinserhöhung als nächsten Schritt bestätigt und die Risiken für Wachstum und Inflation als nach oben geneigt einstuft.

Dies signalisiert eine vorsichtige, potenziell restriktivere Haltung, auch wenn die Inflation derzeit das Ziel erreicht.

Die Diskussion über den natürlichen Zinssatz (r*) und die künftige Ausgestaltung des operativen Rahmens der EZB, insbesondere die Rolle von strukturellen Anleiheportfolios, gewinnt an Bedeutung.

Hawkishe Töne trotz Zielinflation

Isabel Schnabel, bekannt für ihre hawkishe Position, liefert klare Signale für eine restriktivere Ausrichtung der EZB.

Trotz einer Inflation am Zielwert betont sie die nach oben gerichteten Risiken und äußert sich "komfortabel" mit Markterwartungen einer Zinserhöhung als nächsten Schritt.

Dies ist ein starkes Signal, das die Tür für weitere Straffungen offenlässt und die geldpolitische Debatte in den kommenden Monaten prägen wird, insbesondere im Hinblick auf die Bilanznormalisierung und den natürlichen Zinssatz.

Original: Isabel Schnabel: Interview with Bloomberg

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