Betrugswelle rollt: 4,2 Mrd. Euro Schaden trotz starker Authentifizierung
ECB Press

Betrugswelle rollt: 4,2 Mrd. Euro Schaden trotz starker Authentifizierung

SCA wirkt, aber Scams dominieren

Der Zahlungsbetrug im Europäischen Wirtschaftsraum erreichte 2024 einen neuen Höchststand von 4,2 Milliarden Euro, ein Anstieg von 20% gegenüber dem Vorjahr.

Obwohl die starke Kundenauthentifizierung (SCA) weiterhin effektiv gegen die ursprünglichen Betrugsarten wirkt, die sie bekämpfen sollte, passen sich Kriminelle an.

Insbesondere die Manipulation von Zahlern, sogenannte Scams, nehmen zu und verursachen den Großteil der Verluste bei Überweisungen, die zu 85% von den Nutzern getragen werden.

Dies erfordert dringend neue Schutzstrategien jenseits rein technischer Hürden.

Regulierung hinkt Betrügern hinterher

Die Einführung der PSD2 und der starken Kundenauthentifizierung (SCA) im Jahr 2020 war ein Meilenstein im Kampf gegen den Zahlungsbetrug.

Der gemeinsame Bericht von EBA und EZB bestätigt nun den Erfolg dieser Maßnahmen gegen klassische Betrugsformen, insbesondere bei Kartenzahlungen.

Doch die Kriminellen haben ihre Taktiken verlagert: Statt technische Schwachstellen auszunutzen, zielen sie nun direkt auf die Nutzer ab.

Dies stellt Regulierungsbehörden und Zahlungsdienstleister vor die Herausforderung, ihre Schutzmechanismen neu zu denken und über technische Lösungen hinaus zu erweitern.

SCA-Erfolg, aber neue Fronten

Der Bericht liefert eine nüchterne Bestandsaufnahme: SCA hat gewirkt, aber der Feind hat gelernt.

Die Verlagerung hin zu Social Engineering und Scams zeigt, dass die nächste Generation der Betrugsbekämpfung nicht nur auf Technologie, sondern auch auf Aufklärung und neue Haftungsmodelle setzen muss.

Eine wichtige Erkenntnis für alle Akteure im Zahlungsverkehr.