EZB: Top-Down-Stresstests zeigen verdeckte Risiken, mahnen zu Kapitalpuffer-Vorsicht
Verdeckte Risiken trotz Banken-Resilienz
Luis de Guindos, Vizepräsident der EZB, erläutert in einem Blogbeitrag vom 19. November 2025 die Bedeutung von Top-Down-Stresstests zur Ergänzung der EU-weiten Bottom-Up-Analysen.
Obwohl die Bottom-Up-Tests die Resilienz der Banken unter einem adversen Szenario bestätigen, zeigen die erweiterten Top-Down-Modelle, dass nicht erfasste Risiken wie Kreditkontraktion, Klimarisiken und Ansteckungseffekte erhebliche Schwachstellen offenbaren.
Insbesondere würde eine Kreditverknappung durch Banken im Stressfall das reale BIP um rund 2 Prozentpunkte zusätzlich schmälern.
Zudem führen Klima- und Ansteckungsrisiken zu einer erhöhten Kapitalerschöpfung, insbesondere bei bestimmten Geschäftsmodellen.
Die Ergebnisse untermauern eine vorsichtige Haltung bei der Festlegung von Kapitalpuffern.
Die Freigabe von Makroprudenzialpuffern kann den negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum nur begrenzt mindern.
EZB schärft Instrumente für Systemrisiken
Dieser Beitrag reiht sich in die globale Debatte um die Effektivität von Stresstests und die Integration neuer Risikodimensionen ein.
Zentralbanken und Aufsichtsbehörden weltweit, darunter die Bank of England und die Federal Reserve, entwickeln ihre Ansätze weiter, um systemische Risiken umfassender zu erfassen.
De Guindos' Ausführungen unterstreichen die Notwendigkeit, über traditionelle Solvenztests hinauszugehen und makroökonomische Rückkopplungseffekte, Ansteckungsrisiken aus dem Nichtbankensektor sowie Klima- und physische Risiken zu berücksichtigen.
Die Betonung der Grenzen der Bottom-Up-Methodik und die klare Empfehlung für eine vorsichtige Kapitalpufferpolitik machen die Quelle besonders relevant für die laufende Diskussion über die Stärkung der Finanzstabilität.
Neue Risikobilder stützen EZB-Puffer-Vorsicht
Die Quelle liefert substanzielle neue Erkenntnisse aus den erweiterten Top-Down-Stresstests der EZB, die über die Standard-Bottom-Up-Ergebnisse hinausgehen.
Die Quantifizierung des zusätzlichen BIP-Rückgangs durch Kreditkontraktion und die Auswirkungen von Klima- und Ansteckungsrisiken sind konkrete Signale für die Finanzstabilitätspolitik.
Die explizite Empfehlung für einen vorsichtigen Ansatz bei Kapitalpuffern und die methodische Weiterentwicklung der Stresstests machen diesen Beitrag zu einer wichtigen Orientierung für Marktteilnehmer und Regulierer.