Cipollone: Digitaler Euro stärkt Europas Autonomie und Zahlungssystem
Digitaler Euro: Mehr als nur digitales Bargeld
Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der EZB, erläutert in einem Interview mit Nikkei am 4. Dezember 2025 die strategische Notwendigkeit des digitalen Euros für Europa.
Er betont, dass der digitale Euro die schwindende Nutzung von Bargeld kompensieren und die Abhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungssystemen reduzieren soll, um die strategische Autonomie und die Widerstandsfähigkeit des europäischen Zahlungssystems zu stärken.
Cipollone sieht darin eine natürliche Evolution des Geldes, die auch Risiken von Stablecoins adressiert.
Er hebt Vorteile für Nutzer wie Offline-Zahlungen und für Händler durch sinkende Gebühren hervor.
Zur Geldpolitik äußert er sich vorsichtig optimistisch: Die Risiken um die Inflationsprognose seien ausgeglichen, und die EZB sei "in einer guten Position", aber bereit, auf Schocks zu reagieren.
Eine Zinssenkung sei noch verfrüht, da Risiken wie Handelskriegseffekte und Konsumverhalten bestehen.
EZB-Strategie in Zeiten geopolitischer Unsicherheit
Das Interview findet inmitten intensiver Debatten über die Zukunft des Geldes und die Rolle der Zentralbanken statt.
Die EZB treibt das Projekt des digitalen Euros voran, um Europas strategische Autonomie im Zahlungsverkehr zu sichern und der Dominanz internationaler Kartensysteme entgegenzuwirken.
Gleichzeitig positioniert sich die EZB zur globalen Stablecoin-Regulierung, wie sie auch von der BIZ thematisiert wird.
Die Kommentare zur Geldpolitik sind vor dem Hintergrund der jüngsten Inflationsentwicklung und der Spekulationen über zukünftige Zinsschritte relevant.
Cipollones Zuversicht bezüglich der Gesetzgebung und die Betonung der Resilienz des digitalen Euros, auch im Kontext geopolitischer Spannungen, sind bemerkenswert.
Digitaler Euro: Strategie klar, Zinspfad offen
Die Quelle ist wichtig, da sie eine detaillierte Begründung für den digitalen Euro liefert, die über technische Aspekte hinausgeht und strategische Autonomie sowie geopolitische Resilienz betont.
Die Ausführungen zu Stablecoins und deren Risiken sind prägnant.
Die geldpolitischen Kommentare sind zwar keine neuen Signale, bestätigen aber die vorsichtige Haltung der EZB und die Abhängigkeit von Daten.
Die hohe Zuversicht bezüglich der Gesetzgebung ist ein starkes Signal für den Zeitplan des Projekts.
Original: Piero Cipollone: Interview with Nikkei
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