EZB: Weniger Kapitalpuffer, mehr Freiheit für Kleinbanken
Europas Banken: Weniger ist mehr
Die EZB will Europas Banken von unnötiger Komplexität befreien.
Der EZB-Rat hat Empfehlungen einer Task Force gebilligt, die Kapitalpuffer straffen und die Leverage Ratio vereinfachen sollen.
Kern ist die Reduktion der Kapitalbestandteile, um Transparenz zu erhöhen.
Zudem soll ein deutlich proportionaleres Regime für kleinere Banken eingeführt werden, das über die bisherigen Ansätze hinausgeht und die Bürokratie spürbar senkt.
Die Initiative zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Dienstleistungserbringung für die Realwirtschaft zu erleichtern, ohne die Resilienz zu gefährden.
Dies ist ein klares Signal gegen die regulatorische Überfrachtung, die oft als Hemmschuh für europäische Institute kritisiert wird.
Regulierungsflut und Wettbewerbsdruck
Seit Jahren klagen europäische Banken über eine regulatorische Last, die ihre US- und UK-Konkurrenten nicht in diesem Maße kennen.
Die Komplexität der Kapitalanforderungen und die mangelnde Proportionalität für kleinere Institute gelten als Hemmnisse für Wachstum und Konsolidierung.
Die EZB-Empfehlungen sind eine direkte Antwort auf diese Kritik und ein Versuch, die europäische Bankenlandschaft wettbewerbsfähiger zu machen.
Sie spiegeln die breitere Agenda der Bankenunion wider, die der EZB-Rat explizit unterstützt, um nationale Fragmentierung zu reduzieren und effizientere Kapitalmärkte zu schaffen.
Mut zur Vereinfachung, aber der Teufel steckt im Detail
Die EZB liefert einen überfälligen Fahrplan zur Entschlackung der Bankenregulierung.
Die Empfehlungen sind mutig, insbesondere die Straffung der Kapitalpuffer und die Stärkung der Proportionalität für Kleinbanken.
Doch die Umsetzung erfordert eine enge Kooperation aller EU-Behörden und Mitgliedstaaten.
Die Herausforderung wird sein, die Resilienz zu wahren und gleichzeitig echte Entlastung zu schaffen, ohne neue Schlupflöcher zu öffnen.
Ein Balanceakt, dessen Erfolg sich erst in der konkreten Gesetzgebung zeigen wird.