EZB-Umfrage: US-Zölle schüren Jobangst bei Export- und Geringverdienern
US-Zölle: Geringe Sorge, aber Hotspots
Ein ECB Blog-Beitrag vom 10. Oktober 2025 analysiert die Ergebnisse einer EZB-Umfrage zur Jobunsicherheit europäischer Arbeitnehmer infolge erhöhter US-Zölle.
Während die Mehrheit der Befragten (85%) ihre Arbeitsplatzsicherheit als unverändert oder sogar verbessert einschätzt, zeigen sich deutliche Sorgen bei rund 15%.
Besonders betroffen sind Arbeitnehmer in exportorientierten Sektoren wie Industrie, Bau, Handel, Finanzdienstleistungen und IKT, sowie Geringverdiener.
Diese Gruppen befürchten ein höheres Risiko, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Die wahrgenommene Jobunsicherheit könnte zu vorsorglichen Konsumrückgängen führen, insbesondere bei einkommensschwachen Haushalten, und somit die Wirtschaftslage weiter belasten, auch für nicht direkt betroffene Unternehmen.
Handelsspannungen und Arbeitsmarkt
Die Analyse erscheint vor dem Hintergrund signifikanter transatlantischer Handelsspannungen und erhöhter Zölle zwischen der Eurozone und den USA im Jahr 2025.
Die EZB nutzt die Consumer Expectations Survey, um die Auswirkungen dieser Spannungen auf die Arbeitsmarktwahrnehmung und das Konsumverhalten zu verstehen – beides zentrale Faktoren für die Geldpolitik.
Die Umfrageergebnisse sind besonders relevant, da sie potenzielle indirekte Effekte auf die Binnennachfrage durch sinkendes Vertrauen aufzeigen, selbst wenn der direkte Einfluss auf die Beschäftigung begrenzt bleibt.
Der Zeitpunkt der Umfrage, größtenteils vor der Einigung auf eine neue Zoll-Obergrenze Ende Juli 2025, deutet auf zukünftige Vergleichsanalysen hin.
Wichtige Einblicke in Konsumentenvertrauen
Die Quelle liefert wertvolle, datengestützte Einblicke in die psychologischen Auswirkungen von Handelspolitik auf den Arbeitsmarkt und das Konsumentenvertrauen.
Sie identifiziert spezifische Vulnerabilitäten bei Arbeitnehmergruppen und Sektoren, was für die Analyse der Transmissionsmechanismen von Zöllen entscheidend ist.
Obwohl keine direkten geldpolitischen Signale enthalten sind, sind die Erkenntnisse über potenzielle Konsumrückgänge und Vertrauensdämpfung relevant für die EZB-Beurteilung der Wirtschaftsaussichten.
Original: Tariffs: are workers more worried about their jobs?
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