EZB-Ökonomen: Naturkapital sichert Wachstum, Staat muss nachhelfen
ECB Paper

EZB-Ökonomen: Naturkapital sichert Wachstum, Staat muss nachhelfen

Naturkapital: Privatwirtschaft schützt zu wenig

Firmen beuten Naturkapital nicht vollständig aus, schützen es aber zu wenig – so die Kernthese eines neuen ECB Discussion Papers.

Die Ökonomen zeigen in einem Wachstumsmodell, dass Natur als Produktionsfaktor nie ganz erschöpft wird, da dies die zukünftige Produktion gefährden würde.

Doch private Schutzbemühungen bleiben hinter dem gesellschaftlich Optimalen zurück, weil Firmen den 'Genusswert' der Natur ignorieren.

Empirisch belegen Daten aus 44 Ländern: Öffentlich verwaltete Wälder weisen 9% höhere Biodiversität auf.

Der Staat muss daher ergänzend eingreifen, um eine Balance zwischen Wohlstand und ökologischer Vielfalt zu finden.

Naturkapital in der Zentralbank-Ökonomie

Die Rolle von Naturkapital und Biodiversität rückt zunehmend in den Fokus von Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden.

Angesichts der Dringlichkeit des Klimawandels und des Artensterbens wird die Frage, wie ökologische Faktoren die Wirtschaft und Finanzstabilität beeinflussen, immer relevanter.

Dieses Papier liefert einen theoretischen Rahmen und empirische Belege, die die Integration von Naturkapital in makroökonomische Modelle und die geldpolitische Entscheidungsfindung untermauern.

Ökonomie der Natur: Pragmatische Balance

Das Papier liefert eine fundierte ökonomische Argumentation für die Integration von Naturkapital in makroökonomische Modelle und die Geldpolitik.

Es zeigt auf, dass die Debatte um Degrowth zu kurz greift und eine pragmatische Lösung im Zusammenspiel von privaten Anreizen und öffentlicher Intervention liegt.

Für Zentralbanken sind die Implikationen für Potenzialwachstum und Inflationsprognosen relevant.

Original: The economics of natural capital

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