EZB verbessert globalen Handelstracker: Satellitendaten halbieren Prognosefehler
Handels-Nowcasting aus dem All
Die EZB hat ihren globalen Handelstracker signifikant verbessert, indem sie Echtzeit-Satellitendaten zu Schiffsbewegungen integriert.
Diese neuen Indikatoren, basierend auf dem Automatic Identification System (AIS), umfassen Frachtvolumen in Häfen, Aktivität an Engpässen sowie spezifische Rohstoff- und Autoexporte.
Sie korrelieren mit über 0,7 (vs. 0,4 bei Finanzindikatoren) mit dem Welthandel und steigern die Richtungsprognosegenauigkeit von unter 50% auf rund 80% für 2021-24, während der Prognosefehler halbiert wird.
Der erweiterte Tracker, der 47 Serien nutzt, zeigt aktuell eine gedämpfte, aber sich erholende Handelsdynamik, die in Q2 2025 ihren Tiefpunkt erreichte.
Blick in die Handelszukunft
Die Notwendigkeit einer zeitnahen Handelsüberwachung wurde durch jüngste Schocks wie die Lieferkettenengpässe 2021-22, die Panama-Kanal-Störungen 2023 und die Angriffe im Roten Meer 2024-25 deutlich.
Während traditionelle Wirtschaftsdaten oft mit erheblicher Verzögerung vorliegen, suchen Zentralbanken zunehmend nach Echtzeit-Indikatoren.
Die EZB reagiert damit auf den gestiegenen Bedarf an präzisen, aktuellen Einblicken in die globale Handelsdynamik, um die Herausforderungen der globalen Lieferketten besser zu verstehen und zu antizipieren.
Präzisere Daten für bessere Prognosen
Die Integration von Satellitendaten in den EZB-Handelstracker ist ein methodischer Fortschritt, der die Prognosegenauigkeit erheblich steigert.
Besonders wertvoll ist die Fähigkeit, Fehlsignale aus Finanzmärkten zu korrigieren und so ein realistischeres Bild der Handelsdynamik zu zeichnen, was für die makroökonomische Analyse unerlässlich ist.