Notenbank-Unabhängigkeit: Der kausale Link zur Preisstabilität
ECB Decoder

Notenbank-Unabhängigkeit: Der kausale Link zur Preisstabilität

Der empirische Beweis für Autonomie

Eine neue EZB-Studie belegt erstmals kausal: Die Unabhängigkeit von Zentralbanken ist der entscheidende Faktor für glaubwürdige Geldpolitik und stabile Preise.

Über 50 Jahre und 155 Notenbanken hinweg zeigt die Analyse, dass politische Abschirmung die „Zeitinkonsistenz“ überwindet und Inflationsbias entgegenwirkt.

Ein Anstieg des Unabhängigkeitsindex um 20 Basispunkte führt demnach zu einer dauerhaften Glaubwürdigkeitssteigerung von 6 Prozent über zehn Jahre.

Besonders in Demokratien mit flexiblen Wechselkursen entfaltet sich dieser Effekt.

Die Erkenntnis ist ein klares Signal an Regierungen, die Autonomie ihrer Notenbanken nicht zu untergraben.

Der ewige Kampf um die Notenbank-Autonomie

Die Debatte um die Unabhängigkeit von Zentralbanken flammt immer wieder auf, zuletzt durch politischen Druck auf Notenbanken, Zinssenkungen zu forcieren.

Die 1970er-Jahre, geprägt von Stagflation und dem Scheitern der Phillips-Kurve, waren die Geburtsstunde der Autonomie-Idee.

Diese Studie liefert nun den empirischen Rückhalt für das, was seit Jahrzehnten als geldpolitisches Dogma gilt.

Sie ist eine Mahnung an Regierungen weltweit, die Versuchung kurzfristiger politischer Gewinne nicht über langfristige Preisstabilität zu stellen.

Empirischer Beleg für ein Dogma

Die Studie untermauert mit robusten Daten, was in der Zentralbank-Welt als unumstößliche Wahrheit gilt: Unabhängigkeit ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für Preisstabilität.

Die kausale Evidenz ist dabei das stärkste Argument.

Für die aktuelle geldpolitische Debatte liefert sie keine neuen Signale, aber eine wichtige theoretische und empirische Fundierung.