Fed-Forschung: Weniger Firmen treiben Inflation – Geldpolitik vor neuem Dilemma
Firmensterben und Inflationsdruck
Ein FEDS-Papier der Federal Reserve vom 8. Januar 2026 untersucht, wie Schwankungen bei Unternehmensgründungen und -schliessungen Inflation und die Transmission der Geldpolitik beeinflussen.
Die Studie, die ein erweitertes Neukeynesianisches Modell mit heterogenen Produzenten nutzt, zeigt: Ein Rückgang der Produzentenzahl erhöht den Inflationsdruck und kann etwa die Hälfte der "Missing Deflation" nach der Grossen Rezession erklären.
Zudem identifiziert die Analyse ein intertemporales Dilemma für die Geldpolitik: Ein kontraktiver Schock senkt zwar zunächst Beschäftigung und Inflation, führt aber später zu einem Überschiessen der Inflation, da er auch die Unternehmensgründungen reduziert und die Schliessungen erhöht.
Neue Perspektive auf Inflationsrätsel
Die "Missing Deflation" nach der Grossen Rezession ist ein bekanntes Rätsel für Zentralbanker und Ökonomen.
Diese Studie bietet eine strukturelle Erklärung, die über traditionelle Inflationsmodelle hinausgeht.
Sie unterstreicht, wie mikroökonomische Unternehmensdynamiken makroökonomische Preisentwicklungen beeinflussen und die Wirksamkeit geldpolitischer Instrumente verändern können.
Die Erkenntnisse sind für die aktuelle Debatte um Inflationspersistenz und die Modellierung geldpolitischer Entscheidungen von hoher Relevanz.
Mikro-Dynamik mit Makro-Folgen
Das FEDS-Papier liefert eine plausible Erklärung für ein hartnäckiges Inflationsrätsel und erweitert das Standardmodell der Geldpolitik um wichtige mikroökonomische Dynamiken.
Die identifizierte intertemporale Abwägung bei geldpolitischen Schocks ist eine wichtige Erkenntnis für die Modellierung und Entscheidungsfindung von Zentralbanken, da sie die Komplexität der Inflationssteuerung erhöht.